Kehraus

Gestern haben sie eine schöne Leich‘ gefeiert. So vorab. Auf solche Ideen kommen manche Leute ja schon mal. Man müsse nur tüchtig pushen, dann würde das gewünschte Ereignis eintreten. Auch der Tod einer ganzen Partei.

Es sah oberflächlich betrachtet ja auch ganz gut aus, hatte doch die versammelte MannFrauschaft der Jungjournalistinnen, die anscheinend in den Online-Departements der großen Medien auf bessere Zeiten warten, ihrem weiblichen Vorbild Domscheid-Berg die Stange gehalten und ihre Unschuld gegen die vermeintlichen Masku-Nerds verteidigt, die sich partout nicht ihrer überlegenen Führung anvertrauen wollten. Doch die Zeit ist grausam. Jeder durchfeierten Nacht folgt unweigerlich ein Morgen – mit Cat Content: einem Kater.

Grabstein von SickendiekSchauen wir zurück auf die Party. Für die hatte Chris Sickendieck schon mal einen Grabstein erstellt. Es ist nicht das erste Mal und wird möglicherweise auch nicht das letzte Mal sein, dass er die Piratenpartei für tot erklärt, denn für ihn begann ihr Siechtum 2009, zeige doch die damalige Bundestagswahl, dass sie ihren Zenith überschritten habe, und auch im deutschen Schicksalsmonat November 2010 hatte er freudig geschrieben, die Piratenpartei läge am Boden. Das ist für ihn also normal und heißt nichts.

Wer ist Christian Sickendieck? Gute Frage. Ein Hamburger Blogger, der inzwischen einen Blog mit dem ausdrucksvollen Titel GröNaZ betreibt. Was er sonst noch ist? Keine Ahnung. Er gehört auf jeden Fall zur Jungle World Kameradschaft und auch der Titel seines Blogs weist ja darauf hin, was für ihn anscheinend die bedeutendste Sache der Welt ist: die Jagd auf angebliche Nazis. Die galt ja auch lange Zeit als das probateste Mittel, mit großem Geschrei den eigenen Willen gegen eine Mehrheit durchzusetzen und damit gleichzeitig die Massen von der unangenehmen Beschäftigung mit Politik fern zu halten.

Piraten braun 0909Die Bundestagswahl 2009 war übrigens am 27. September. Sah für manche Leuten anscheinend nicht gut aus und so versuchte die Jungle World noch eine Woche vorher, die Reißleine zu ziehen – mit diesem netten Bildchen. Welches Sickendieck so gut gefiel, dass er gleich einen Blogpost daraus machte. In Köln nennt man das Klüngel: wir kennen uns, wir helfen uns.

Immerhin, 2011 änderte sich seine Einstellung vorübergehend, denn mit der Wahl in Berlin waren nun Leute ins Abgeordnetenhaus gelangt, die er wohl als Fleisch von seinem Fleisch ansah.

Bundesparteitag der PiratenparteiEs ist nicht so, dass das je nach Sichtweise typisch antideutsche oder prozionistische Netzwerk die einzigen gewesen wären, die das zersetzende Gift der Denunziation gegen die Konkurrenz angewandt hätten. In Gefahr sah sich auch die Linke, nicht  zu Unrecht, hatte doch die Piratenpartei sie bei den Landtagswahlen 2012 aus dem Landtag NRW gekegelt. Und das, obgleich sie, wie 2009 die Jungle World, 2012 schnell noch die entsprechende Propaganda zog.

Oh ja, die Ereignisse um die von den Verbliebenen mit großer Erleichterung quittierten Austritte führten zu einer Sternstunde des deutschen B-Journalismus. Da trauerte die politische Yellow Press um den Verlust ihrer charismatischen Prinzen und Prinzessinnen, drückte ihre Empörung aus über den respektlosen Umgang mit Anke Domscheid-Berg,  die zwar keine Socken für die Armen strickt, dafür aber für Laternenpfähle, den hübschen Lauer, der, wie Thomas Mann geschrieben hätte, inwendig nicht wenig krank sei, den heroischen Höfinghoff mit seinem tragischen Schicksal des Verlustes der parlamentarischen Immunität oder der lange schon abgehalfterte vierschrötige Peukert … gut, dem Charisma zu unterstellen wird sich selbst die B-Presse spätestens seit der heute-Show nicht trauen, aber von ihm wurde man anscheinend wenigstens noch hofiert, das scheint Grund genug zu sein, sich zurück zu sehnen. (Ich vermag nun nicht zu beurteilen, inwiefern das Hofieren nötig ist, denn ich habe das politische Handwerk in der Internationalen Politik gelernt und da gelten Medien als lästige Gesellen, die man sich besser vom Leibe hält, es sei denn, man kann sie gerade zu irgend etwas gebrauchen.)

„Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“,  beenden wir mit diesen Worten Kaiser Franz Josefs die nächtliche Party. Biermanns Preussischer Ikarus fällt mir ein – „dann flieg ich hoch und dann stürz ich ab, mach‘ bisschen Wind, dann mach ich schlapp“.

Ein bisschen Wind zu machen sei den über Bord Gegangenen vergönnt.

Ausfegen

Spuckilecker und Praxisdeppen

Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) hat sich aufgelöst und das hier mitgeteilt. Das ist nichts besonderes, solche zur extremen Linken gehörenden Gruppen lösen sich immer wieder mal auf. An sich kümmert man sich ja nicht um solche extremistischen Minderheiten – aber in diesem Falle erkennt man schnell merkwürdig Vertrautes.

Die ALB ging aus der Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB) hervor. Die gründete sich Anfang der 90er Jahre. Sie war eher pragmatisch orientiert und ihre historische Leistung besteht in der jährlichen Aufführung der Kreuzberger Krawalle zum 1. Mai.

Die AAB spaltete sich 2003. Warum, erklärt sie selber ganz gut in dieser Stellungnahme:

Für die praktische Politik spielt die Frage nach gesellschaftlicher Intervention eine entscheidende Rolle. Während den „InterventionistInnen“ schnell das Mitmachen, die Reproduktion der abzuschaffenden Verhältnisse, das potentiell falsche Verständnis zum Vorwurf gemacht wird, endet die Praxis der „IdeologiekritikerInnen“ oft in Abgrenzung zu anderen Linken und ihrer Politik.

Die „Praxisdeppen“ kündigten also die Kooperation auf, weil sie die Nase voll hatten, dass sog. Ideologiekritiker, selbst Ideologen, sich statt mit praktischer Politik eher damit beschäftigten, Grupppen mit anderen Meinungen  zu exkludieren.

Die Interventionistische Linke (IL) gibt es übrigens immer noch. Sie wird in der Auflösungserklärung der ALB als Nachfolgeorganisation empfohlen.

Antifa schwarzSpaltungsgrund waren die Antideutschen, die eher zum Autonomen Lager tendierten, wie sich schon an der Farbsymbolik der Antifa-Flaggen erkennen lässt. Im Titelbild sehen wir, die der ALB ist rot auf schwarz. Die Antideutschen gehörten dem Lager derer an, die meinen, man bräuchte erst mal eine Theorie, bevor man zu praktischen Aktionen schreiten könne.  Was notorisch zu Spaltungen führt, denn zu einer allseits akzeptierten Theorie kommt es nie.

Die in der Stellungnahme des AAB von 2003 festgestellten Probleme mit den Antideutschen lassen sich fast 1:1 auf die Piratenpartei übertragen. Dort steht:

Der Streit über die „richtige“ Position ist in der Linken ein Bestandteil der Politik, aber ohne die Wahrnehmbarkeit einer praktischen Politik interessiert sich auch niemand für die Positionen, die vertreten werden. Die AAB ist dafür ein gutes Beispiel: Nur aufgrund der praktischen Erfolge unserer Politik wurden auch die Positionen diskutiert.
Dem Anspruch, die Theorie zu verbessern und mit Praxis zusammenzuführen, wurde von den Leuten, die dies einforderten, nicht Genüge getan. Im Gegenteil hat die Art und Weise wie Diskussionen geführt wurden mehr und mehr zu einem Klima geführt, in dem Projekte gegen einen relevanten Teil in Kampfabstimmungen durchgesetzt werden mussten, bestenfalls gab es eine Art „Stillhalteabkommen“. Von einer kontinuierlichen Diskussion um die Weiterentwicklung der Politik konnte keine Rede sein.

Jo, is so. Kommt bekannt vor, ne?
Also spaltete sich die ALB ab und rief erst mal zu einer Demonstration gegen George Bush’s Irak-Krieg  auf, ein Krieg, den die Antideutschen – die „Spuckilecker“, gemeint ist wohl insbesondere die Spucki der USA – entschieden unterstützten. Damit wollte die ALB „Möglichkeiten der politischen Einflussnahme weg von der denunziatorischen Selbstbeschäftigung in einem Teil der Linken“ wieder eröffnen. Um überhaupt wieder politisch handlungsfähig zu sein.

Die „Praxisdeppen“ der Antifaschistischen Linken machten weiter mit Action: sie organisierten u.a. weiter die Kreuzberger Demonstrationen zum 1. Mai unter dem Motto ‚Berlin soll brennen‘, aber auch die Demonstrationen gegen die Nazi-Aufmärsche in Dresden, die letztlich dazu führten, dass der einst größte Nazi-Aufmarsch Europas aufgeben musste. Gewalt hält die Antifa angesichts der angeblich strukturellen staatlichen Gewalt für legitim und nötig, formierte auch den Schwarzen Block und wurde zur „tonangebenden Antifa der Stadt“, wie die taz über sie zum Zehnjährigen schrieb. Allerdings war es nur ein Teil der ALB, die dermaßen auf Gewalt setzten. Die Mehrheit bekannte sich eher zur Interventionistischen Linken, die mehr auf Kooperation mit anderen linken Gruppierungen, auch bürgerlichen, wie Gewerkschaften, setzte, was der militanten Minderheit wohl nicht unterhaltsam genug erschien und nun zur Auflösung der ALB führte.

IL
Banner der IL zum G8-Gipfel in Rostock 2007

Man sollte hieraus nicht den Schluss ziehen, die ALB bzw. das überregionale Bündnis Interventionistische Linke (IL), zu dem auch der ALB gehörte, seien friedlicher Natur. Wir bewegen uns hier im linksextremen Spektrum, in dem nicht mehr über das Ob, sondern nur über das Ausmaß an Gewalt diskutiert wird. Über die AL war dann auch die ALB an der Organisation und Durchführung der doch recht militanten Demonstration gegen den G8-Gipfel 2007 beteiligt, mit einer freilich noch übler militanten Staatsmacht, die immerhin die Bundeswehr einsetzte; sowie auch am wesentlich friedlicher aufgezogenen Schottern des Castor.

Kommen wir nun zum anderen Flügel des ABB, den antideutschen „Spuckileckern“, zunächst die Gruppe „Kritik und Praxis Berlin„, kurz KP.  Viel brachte der offenbar nicht zustande, außer der Organisation einer 1. Mai – Demo in ihrem Gründungsjahr tat sie sich lt. Wikipedia mit der Organisation einer Fete hervor:

Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung organisierte sie am 7. Mai 2005 gemeinsam mit der Wochenzeitung Jungle World ein Open Air-Festival unter dem Motto „Deutschland du Opfer“.

Es handelte sich hier offenbar um den Jungle World Flügel der Antideutschen, der lange schon mit dem Grigat-Flügel der Antideutschen spinnefeind ist. Offenbar fand jedoch die theoretische Arbeit zwecks Vorbereitung der Revolution recht wenig Resonanz, so dass sich die KP 2006 wieder auflöste und als neue Organisation Theorie, Organisation, Praxis (TOP) gründete. Die veröffentlichte 2007, natürlich in der Jungle World, das Statement „Dabeisein ist nicht alles„, das doch einer näheren Betrachtung lohnt.

Anlass ist offenbar der erwähnte Aufruf der ALB/IL zur Demonstration gegen den G8-Gipfel, der der Regierung nicht unerhebliche Kopfschmerzen bereitete. Davon hielt TOP nichts und zitiert sich quasi selbst, nämlich KP:

Anstelle das Verschwinden von Antisemitismus und Antiamerikanismus als a priori auszuweisen, bevor kommunistische Praxis überhaupt erst möglich sei, müsste sich gerade aus deren Existenz jede Notwendigkeit ableiten, die Kapitalismuskritik praktisch werden zu lassen.

Anders gesagt, vor der Revolution müsse das Bündnis mit Israel und den USA stehen; letzteres verbiete natürlich eine Demonstration gegen den G8-Gipfel, an der die TOP aber trotzdem teilnehmen will, um „unsere Kritik an dem falschen Ganzen denjenigen nahe zu bringen, die für uns erreichbar sind„; also in missionierender Absicht. Eine für die Bundesregierung zweifellos sehr praktische Ansicht.

Es ist vorwiegend dieser Flügel der Antifa, der speziell bei den Berliner Piraten eingefallen ist und dort das gleiche Werk betrieb, das er damals schon innerhalb der Linksextremisten versuchte:

Wer nicht Islamisten, Neonazis, landlose Bauern, Hartz-IV-Protestler und Schwarzfahrer zu einer subversiven Masse verwursten will – und sie dadurch gleich macht, weil sie irgendwie alle etwas gegen den Neoliberalismus haben –, dessen Bilanz muss nüchtern ausfallen.

Was nichts anderes ist als die prinzipielle Ablehnung der Kooperation von Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen, wie sie schon dem AAB sauer aufstieß, wobei die zuerst angeführten Begriffe „Islamist“ und „Neonazi“ erfahrungsgemäß den ‚Vorteil‘  haben, dass man jeden so bezeichnen kann, dessen Ansichten einem nicht passen. Es ist dann eben persönliche Meinung ohne Beweispflicht.

Und spricht dann im weiteren Text von „Schnittstellen zum Weltbild eines mo­dernen Neonazis„,  Antiamerikanismus und antisemitischen Stereotypen, die man im anderen Flügel angeblich fände, von einer „falschen, verkürzten Kapitalismuskritik, die ja durch­aus Schnittstellen zum Weltbild eines mo­dernen Neonazis aufweist„, also die ganze Bandbreite hinlänglich bekannter Diffamierungen und Verleumdungen, für die die Antideutschen allüberall längst berüchtigt sind.

DWarnschild Zersetzunger Terminus Technicus für diese Tätigkeit ist: Zersetzung.

(Wer dies vertiefen möchte: hier Link zur Erich Mielkes MfS-Richtlinie betreffend Zersetzung, der ganz gut die wohl universale Methode beschreibt.)

 

Auf die interessanten Kommentare – bitte runterscrollen! – wird ausdrücklich verwiesen.

 

 

Antideutsches Fußballfest

WM 2014Zuweilen fressen sie ja Kreide , die Antideutschen, um nicht so abseitig zu erscheinen, wie sie sind.  Was den braven Bürgerskindern noch nicht einmal schwer fallen sollte, ist doch der extremistische Anstrich für sie weiter nichts als der Ausbruch aus dem Alltag, der schon mal langweilig wird. Doch – man kann ja nicht immer lieb sein und so finden sich Gelegenheiten, bei denen Spießers Neigung zum rantenden Hooligan durchbricht. Fußball ist da so’n Ding. Fußball walzt eben alles andere platt, schon im Vorfeld.

Die Fußball-WM wirft ihre Schatten voraus.Gartenzwerg Eines der Feste, bei denen der Spießer antideutscher Version sich mal so richtig über andere empören kann, denn genau das tut der deutsche Spießer am liebsten. Da Elke Wittich aka Elquee es gar nicht erwarten kann, hat sie damit schon mal in der Jungle World angefangen. Und dann auch gleich richtig, schon in der Überschrift: Das Schlandpack darf nicht zur Masse werden. Was schon mal auf eine weitere Eigenschaft des deutschen Spießers verweist: er ist kein Massenmensch. Nie nich. Masse sind immer die anderen. Etwas anderes wäre für unsere Egozentriker schier unerträglich. Von daher verweist schon die Überschrift auf ganz gewöhnliche Massenware. Die hat übrigens Tradition. In Mode kam sie im Biedermeier, als der brave Bürgersmann sich mit der Gartenlaube in selbige zurück zog und sich dort über die dumme Masse empörte.
Es ist, nebenbei bemerkt, klar, dass das mit Linkssein nicht das Mindeste zu tun hat. Wer links ist, ist Volk, ist Masse.

Da ich eher links bin, gehöre ich gerne zu ihrem „schwarz-rot-goldenen Pack“. Das Volk bin ich. Sicher nicht alleine, aber ich bin dabei. Mit mehreren schwarz-rot-goldenen Fahnen, Wimpeln, Blumenkette, Käppi und was so alles dazu gehört. Wesentlich auch zum Verleihen. Denn zum Fußballgucken auf die Ringe geht man nicht ohne. Sonst kann man sich nicht unterscheiden und landet womöglich in der falschen Kneipe: da, wo die Blau-Weißen, Grünen, Roten oder diverse Tricolorierte Fußball gucken. Ich gehöre also zu denen, die vor Nationalstolz platzen, sich schon vor dem Spiel besaufen, gefährlich sind, weil sie andere Leute verprügeln, speziell die mit anderer Hautfarbe, ebenso wie die ob des Fußballs ihre juristische Karriere gefährdende Tochter samt ihren Freunden und Kollegen, Deutschland-Pöbel, der nächtens in Fischteiche fällt oder beim Pipimachen in die Baugrube. Äh, wie meinen? Ach so, unsere Gartenlaubenleserin liest das Märchen auf der Kinderseite vor, über Degenhardts Rumpelstielzchen, das am Bahndamm wohnt, wo der Zug verkehrt, der von Schilda nach Schlaraffia fährt. Ja, wenn man die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis nehmen mag, weil sie sich zu wenig für die  Existenz einer in ihren rosaroten Träumen huldvoll vom Balkon lächelnden Linksextremistenprinzessin interessiert …

Nächsten Monat beginnt sie, die Fußball-WM in Brasilien. Ja, es gibt eine Menge ekliger sozialer Probleme im Vorfeld. Aber wir Kölner mögen die Brasilianer, haben vieles mit ihnen gemeinsam und wünschen ihnen alles Gute für ihre WM. Für unser Veedel beginnt sie damit, dass antideutschauf der Dachterrasse des Hauses an der Ecke die Deutschlandfahne gehisst wird. Ordentlich an einer veritablen Fahnenstange. Ich vermute, der Eigentümer ist Polizist, die nämlich dürfen die entsorgten offiziellen Flaggen übernehmen, so richtig mit Adler, wie der Polizist von schräg gegenüber immer eine aus dem Fenster hängen hat. Es wird nicht die einzige sein, auch nicht die einzige in diesen Farben, denn wenn sie nicht umgezogen sind, wird auch die schwedische wieder dort hängen und die aus Mexiko. Und einen Straßenzug weiter an der Hauptstraße dann das Rot mit Halbmond der Türken. Ich werde es auch nicht versäumen, am Volksgarten lang zu fahren; gucken, ob die Italiener wieder ihre mindestens 15 m lange Fahne über mehrere Stockwerke hängen haben.

Voll besetzt werden an den Spieltagen wieder die Cafés und Kneipen an den Ringen sein mit in ihren Landesfarben kostümierten Fans und nach zwei Stunden gibt’s dann den Autocorso der Sieger – wer das Spiel nicht gesehen hat, bekommt so sein Ende mit. Oh ja, es macht Spaß. Es macht Spaß, sich gegenseitig Glück zu wünschen und anzupflaumen, mal Gegner sein, am nächsten Spieltag dann Verbündeter.

Offenbar gibt es in diesem Jahr für die moralinsauren antideutschen berliner Spießer noch eine Extraportion zum Empören: am 21. Juni findet dort der CSD statt. Und Deutschland gegen Ghana. Dürfte klar sein, wer hier den Hauptzulauf erhält.

Selbst dran schuld.  In Köln ist der CSD am 6. Juli. Spielfreier Tag. Natürlich. Was denn sonst. Schwule wollen schließlich auch Fußball gucken.
In diesem Sinne: viel Spaß beim Public Viewing!

Fußball D