For the Lulz

oder: Der Endboss des Internets

Pissed the fuck offDas Facebook-Profil Anders Bradley Däankender gibt’s nicht mehr.
Irgend jemand hat es gelöscht.
Bei Piratens ja nun nichts Ungewöhnliches. Wer sie kennt, wird sich an das fast schon regelmäßige Spamblocken von Twitter-Accounts erinnern.
Anders Bradley Däankender war allerdings kein Pirat.
Anders Bradley Däankender war ein Anonymous, ein Anon.

Er war Administrator einer Facebook-Gruppe namens „Piratenpartei konstruktive Kritik“, die unter den Markierungen „Politik, Meinungsfreiheit, Internet“ firmiert und mehr als 1.100 Mitglieder hat. Diese Gruppe war 2012 mit Anonymous gegründet worden,  als überparteiliche Diskussionsgruppe, in der man eben konstruktive Kritik auch an der Piratenpartei üben könne; Anlass war ein langwieriger Streit mit den Berliner Piraten, speziell der Pirantifa und dem inzwischen ausgetretenen Oliver Höfinghoff und seiner damaligen Freundin Mareike Peter.  Denn Ende Juli bereitete Lisa Gerlach zusammen mit Anonymous eine möglichst große Demonstration zu Indect vor. Bei der wollte auch die etwas obskure Kleinpartei Partei der Vernunft mit machen, die nicht den besten Ruf hatte, so dass ich Gerlach, die davon keine Ahnung hatte, wg vermuteter starker Rechtslastigkeit davon abriet, mit ihr zu kooperieren. Was freilich Höfinghoff/Peter nicht genügte. Sie verdächtigten Gerlach, ein verkapptes braunes U-Boot zu sein und gebärdeten sich dabei wie die Heilige Inquisition – oder auch wie Stalins Politkommissare: “Versuchst du jemanden zu decken? (warum auch immer) Ich hoffe auf Antwort bis morgen früh, ansonsten, muss ich weiter einschreiten” schrieb Peter. Die Auseinandersetzung wurde auch auf der Facebookseite der Berliner Piratenpartei geführt, von der Gerlach schließlich völlig grundlos, wie sie sagte (und was durchaus glaubhaft ist) gelöscht wurde – was sie außerordentlich und nachhaltig und immer noch wurmte, so dass sie eigentlich wissen müsste, welch ein Affront so etwas ist.

Admin Däankender schuf sich ein neues Profil, Bradley Freigeist, und beantragte bei Gerlach wieder Adminstatus.
Der allerdings wurde ihm  rundweg abgeschlagen – mit der Begründung, er habe als Poster zu wenig Aktivität gezeigt:

Danke und geh

 

 

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.

Anons sahen das freilich anders
VerratAuch die beispielhafte Reaktion von Anon Copperfield möchte ich den geneigten Lesern natürlich nicht vorenthalten 🙂
Klar, die Diktion der Anons mag für manchen gewöhnungsbedürftig sein. Aber wer sie kennt, sollte wissen, dass man sich davon nicht täuschen lassen darf. Neben allerlei reinen Unfug treibenden „Script-Kiddies“ besteht der Kern von Anonymous aus durchaus ernst zu nehmenden Leuten mit feinen Instinkten für  Werte.

Nachdem Gerlach erkennen musste, dass nicht das Posten, sondern die Erfüllung der Admin-Funktionen, an denen nichts zu tadeln war, als maßgebend angesehen wurde, erklärte sie, man habe ja bei dem neuen Profil gar nicht wissen können, ob Bradley der alte Bradley ist und nicht etwa jemand, der „die größte Piratengruppe in FB in eine FDP Gruppe umwandelt“.Bradley verwandelt in FDP

Schließlich Gerlachs Verlangen, Bradley sei an seiner Nichtfreischaltung selber schuld, denn er habe sie – quasi als Boss – ja auch anrufen und sozusagen Bitte Bitte machen können. Worum es freilich längst nicht mehr ging, es ging um den Stil. Um Überheblichkeit, Egoismus, Loyalitätsmangel und Verrat an Menschen, die man wohl nur für seine persönlichen Zwecke benutzt hatte. Von jemandem, von dem es heißt, sie werde in Piratenkreisen auch schon mal „Mobbing Queen“ genannt.
Doch was offenbar tatsächlich hinter der ganzen Entscheidung stand, dürfte sich in diesem Satz Gerlachs erfüllen:
schädlich

 

Sowas ist schäbig. Und auch noch ausgesprochen dumm, denn bekanntlich ist Anonymous nicht nur zu stolz, als dass sie den Verdacht, man könne sie als „Privatarmee“ benutzen, auf sich sitzen ließen, sie sind auch problemlos in der Lage, sich dagegen zu wehren.

Freilich gab es zunächst ein paar Wahrheiten zu hören, primär von Bradley Freigeist:
eine Wahrheit

Nun, warum, ist an diesem Fall leicht zu erkennen. Es geht nicht nur um die Netzpolitik. Es geht um den Stil, der hinter der Piratenpartei steht und der auch hier wieder verwirklicht wird, um die eklatante soziale Inkompetenz, die sich immer wieder zeigt, gerade an den Funktionären, die immer wieder Menschen benutzt haben und benutzen, um Unterstützung zu finden und sie dann brutal fallen ließen, wenn sie ihnen wohl als der Mühe nicht mehr wert erschienen. Es gibt zahllose Beispiele dafür, die meisten Betroffenen sind inzwischen wohl ausgetreten oder haben die Brocken hin geschmissen.

Wie angekündigt wurde der Thread gescreent und ins Anonymous-Forum gepostet: „Piraten vs. Anon oder wie die Diktatur den politischen Alltag bestimmt„. Es entwickelte sich ein mehrere hundert Posts langer Faden, die Anons waren empört, zahllose Erlebnisse mit und um die Piraten wurden erwähnt, darunter pikanterweise auch die folgende Sache:
Linke aus Partei mobben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wobei dies durchaus unterschiedlich gesehen wurde, denn andere Anons meinten, eigentlich habe Gerlach die Anons nur zurück gehalten, die schon wegen Indect gegen Höfinghoff, Lauer,  Weiss usw. hätten vorgehen wollen und die nun einen Freibrief bekommen hätten. Auch das ist aus der damaligen Sicht durchaus glaubwürdig, nur – auch wenn ich Tauss‘ Wort von den Ministalinisten für äußerst treffend halte und keinerlei Bedenken gegen Angriffe habe – ein Gschmäckle hat diese Sache schon.

Heiliger FickGerlachs Erscheinen im Anonymous-Forum machte die Sache nicht besser, denn sie verwickelte sich weiter in Widersprüche, zieh Anons, die ja zum größten Teil gar keine Parteimitglieder sind, der Parteischädigung, beanspruchte das Forum „Piratenpartei konstruktive Kritik“ allein für sich und die Piratenpartei – was umgehend anhand ihrer eigenen Widersprüche widerlegt wurde – und zeigte Anonymous gegenüber eine Überheblichkeit, die ihr umgehend den Namen „Führerin“ einbrachte, garniert mit entsprechenden Fotos. Eine Parteikollegin sprang ihr bei und wollte die Anons schulmeisterlich Manieren lehren, dass man z.B. niemanden „Mongo“ nennen darf, vor allem auch hinsichtlich der angeblich strafrechtlich relevanten Nazivergleiche, wodurch diese natürlich erst so richtig zelebriert wurden. Schließlich ist man bei Anonymous und wenn Anonymous von Meinungsfreiheit spricht, sollte man davon ausgehen, die meinen das ernst. Schließlich stand dann noch seitens Anon eine Anzeige zur Debatte – wg Verstoß gegen Datenschutz, mit dem es Gerlach offenbar diesem Anon gegenüber Fick ja kriegnicht so sonderlich ernst genommen hatte. Also die ganze übliche Palette – und am Ende stand die Löschung des Accounts von Bradley Freigeist. Von wem initiiert, weiß man nicht, aber aus welcher Ecke, lässt sich wohl erahnen.

Das war’s. Auch Anonymous war die willkürliche Löschpraxis der Piraten inzwischen wohl bekannt. Das Tischtuch war endgültig zerschnitten und die Anons forderten Gerlach auf, sich mit denen, die gleich ihr aus der Gruppe „Piratenpartei konstruktive Kritik“ eine reine Piratengruppe machen wollten, aus ihr zu „verpissen„.

Antwort:
Gruppe kriegst du nicht

 

 

 

Das glaubte nicht nur Daniel Neumann nicht.
Die Antwort aus Anon-Kreisen:
final boss

 

 

 

 

 

Und dieses Foto prangt nun auf der Titelseite von „Piratenseite konstruktive Kritik“.
Wenn man Anons eine Gruppe für sich gründen lässt, sollte man daran denken, wer für diese Gruppe das Admin-Passwort hat. Es war übrigens swordfish.

Grund?
wg Meinungsfreiheit

 

 

 

Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Kadse?

you came to the wrong neighbourhood

Notwendiger Nachtrag:

Zwischenzeitlich ist mir ein Auszug einer ‚Analyse‘ zugegangen, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unmittelbar aus nicht den untergeordnetsten Piratenkreisen stammt:

interessante Analyse zu Anonymous … „Die zusammenarbeit mit den Anons, soweit man das so nennen kann, war von Anfang an ein Fehler. Das sind strunzdoofe, selbstgefällige Untermenschen die meinen weil sie drei bytes durcheinanderwerfen können die Meinungs und Deutungshoheit im internet zu haben und führen sich als Herrenrasse auf.“

adolphTja.
Ich weiß nicht, wer diese ‚Analyse‘ verbrochen hat.
Allerdings kommen mir dabei unwillkürlich Kreise in den Sinn, die sich auch schon mal öffentlich äußern, dass sie als dezidierte bedingungslos pro-israelische Anti-Nazis legitimerweise gegen ihre Gegner ohne weiteres auch Nazidiktion anwenden dürfen …

Kehraus

Gestern haben sie eine schöne Leich‘ gefeiert. So vorab. Auf solche Ideen kommen manche Leute ja schon mal. Man müsse nur tüchtig pushen, dann würde das gewünschte Ereignis eintreten. Auch der Tod einer ganzen Partei.

Es sah oberflächlich betrachtet ja auch ganz gut aus, hatte doch die versammelte MannFrauschaft der Jungjournalistinnen, die anscheinend in den Online-Departements der großen Medien auf bessere Zeiten warten, ihrem weiblichen Vorbild Domscheid-Berg die Stange gehalten und ihre Unschuld gegen die vermeintlichen Masku-Nerds verteidigt, die sich partout nicht ihrer überlegenen Führung anvertrauen wollten. Doch die Zeit ist grausam. Jeder durchfeierten Nacht folgt unweigerlich ein Morgen – mit Cat Content: einem Kater.

Grabstein von SickendiekSchauen wir zurück auf die Party. Für die hatte Chris Sickendieck schon mal einen Grabstein erstellt. Es ist nicht das erste Mal und wird möglicherweise auch nicht das letzte Mal sein, dass er die Piratenpartei für tot erklärt, denn für ihn begann ihr Siechtum 2009, zeige doch die damalige Bundestagswahl, dass sie ihren Zenith überschritten habe, und auch im deutschen Schicksalsmonat November 2010 hatte er freudig geschrieben, die Piratenpartei läge am Boden. Das ist für ihn also normal und heißt nichts.

Wer ist Christian Sickendieck? Gute Frage. Ein Hamburger Blogger, der inzwischen einen Blog mit dem ausdrucksvollen Titel GröNaZ betreibt. Was er sonst noch ist? Keine Ahnung. Er gehört auf jeden Fall zur Jungle World Kameradschaft und auch der Titel seines Blogs weist ja darauf hin, was für ihn anscheinend die bedeutendste Sache der Welt ist: die Jagd auf angebliche Nazis. Die galt ja auch lange Zeit als das probateste Mittel, mit großem Geschrei den eigenen Willen gegen eine Mehrheit durchzusetzen und damit gleichzeitig die Massen von der unangenehmen Beschäftigung mit Politik fern zu halten.

Piraten braun 0909Die Bundestagswahl 2009 war übrigens am 27. September. Sah für manche Leuten anscheinend nicht gut aus und so versuchte die Jungle World noch eine Woche vorher, die Reißleine zu ziehen – mit diesem netten Bildchen. Welches Sickendieck so gut gefiel, dass er gleich einen Blogpost daraus machte. In Köln nennt man das Klüngel: wir kennen uns, wir helfen uns.

Immerhin, 2011 änderte sich seine Einstellung vorübergehend, denn mit der Wahl in Berlin waren nun Leute ins Abgeordnetenhaus gelangt, die er wohl als Fleisch von seinem Fleisch ansah.

Bundesparteitag der PiratenparteiEs ist nicht so, dass das je nach Sichtweise typisch antideutsche oder prozionistische Netzwerk die einzigen gewesen wären, die das zersetzende Gift der Denunziation gegen die Konkurrenz angewandt hätten. In Gefahr sah sich auch die Linke, nicht  zu Unrecht, hatte doch die Piratenpartei sie bei den Landtagswahlen 2012 aus dem Landtag NRW gekegelt. Und das, obgleich sie, wie 2009 die Jungle World, 2012 schnell noch die entsprechende Propaganda zog.

Oh ja, die Ereignisse um die von den Verbliebenen mit großer Erleichterung quittierten Austritte führten zu einer Sternstunde des deutschen B-Journalismus. Da trauerte die politische Yellow Press um den Verlust ihrer charismatischen Prinzen und Prinzessinnen, drückte ihre Empörung aus über den respektlosen Umgang mit Anke Domscheid-Berg,  die zwar keine Socken für die Armen strickt, dafür aber für Laternenpfähle, den hübschen Lauer, der, wie Thomas Mann geschrieben hätte, inwendig nicht wenig krank sei, den heroischen Höfinghoff mit seinem tragischen Schicksal des Verlustes der parlamentarischen Immunität oder der lange schon abgehalfterte vierschrötige Peukert … gut, dem Charisma zu unterstellen wird sich selbst die B-Presse spätestens seit der heute-Show nicht trauen, aber von ihm wurde man anscheinend wenigstens noch hofiert, das scheint Grund genug zu sein, sich zurück zu sehnen. (Ich vermag nun nicht zu beurteilen, inwiefern das Hofieren nötig ist, denn ich habe das politische Handwerk in der Internationalen Politik gelernt und da gelten Medien als lästige Gesellen, die man sich besser vom Leibe hält, es sei denn, man kann sie gerade zu irgend etwas gebrauchen.)

„Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“,  beenden wir mit diesen Worten Kaiser Franz Josefs die nächtliche Party. Biermanns Preussischer Ikarus fällt mir ein – „dann flieg ich hoch und dann stürz ich ab, mach‘ bisschen Wind, dann mach ich schlapp“.

Ein bisschen Wind zu machen sei den über Bord Gegangenen vergönnt.

Ausfegen

Popcorn Höfinghoff und (K)einzelfall

Nun hat also Höfinghoff, wie von mehreren Leuten verlangt wurde, ein Statement zu Keinzelfall auf seinen Blog gesetzt, unterzeichnet von Hartmut Liebs, ihm selbst und Ursula Bub-Hielscher. Drei Leute, die zur damaligen Orga gehörten.

Vollständig aufgeführt sind sie in diesem Bericht vom 24.08.2012 über die zweite Keinzelfall-Veranstaltung vom 18./19.08.2012, verfasst von Christiane Schinkel und Ursula Bub-Hielscher.

Es sind dies: „Harry Liebs, Lars Dickhoff, Bastian Blankenburg, Mareike Peters, Steffen Lindner, Peter Loh, Rainer Thiem, Ulrike Pohl, Albrecht Spranger, Fabricio do Canto, Krithika V. Srinivas do Canto, Khatuna Manos, Thorsten Grünberg, Streaming hero Michael Ebner mit Assistent Erik.

Um das Programm verdient gemacht hatten sich die „hoch engagierten und versierten Beauftragten Lars Dickhoff, Harry Liebs, Bastian Blankenburg und Steffen Lindner

Höfinghoff teilt nun mit: „Während der anfänglichen Planungsphase machte Lars D. abstrakt per Blog auf seine rechte Vergangenheit aufmerksam. Einzelnen Mitgliedern der Orga erklärte er diese als rechte Ideologie in Verbindung mit Satanismus, welche etwa 10 Jahre in der Vergangenheit lag, eine kurze Recherche schien die lange zurückliegende Tätigkeit auch zu bestätigen. Die Mitglieder der Orga beschlossen, trotz dieser Tatsache weiterhin zusammenzuarbeiten.

Die anfängliche Planungsphase war Anfang Mai 2012 und den Hut auf hatte Harry Liebs. Seitdem müsste also gelten, was Dickhoff in seinem Kommentar auf Indymedia sagte: „Meine Peer Group kennt meine Vergangenheit, Exit ebenfalls„. Dieser Hinweis ist nicht uninteressant. Denn wenn sich einer schon an Exit wendet, sollte man davon ausgehen, dass es sich nicht um einen ‚mal eben so‘ Aussteiger handelt, sondern dass es ihm damit ernst war. Damit aber bekommt auch der Auftritt bei der NPD eine neue Option. Bei einem erfolgreichen offiziellen Aussteiger sollte man immerhin mit der Möglichkeit rechnen, dass er dort in Sachen Aussteiger rekrutieren unterwegs gewesen sein könnte. Einge Antifanten, die drei Unterzeichner eingeschlossen, sehen das freilich anders: die verdächtigen ihn des Fotografierens von Linken (gemeint sind wohl Linksextreme) für den Verfassungsschutz und der Eine oder Andere drohte ihm deswegen den Verlust einiger Zähne an, sollte er sich nochmals blicken lassen. Keine schöne Aussicht für einen Bildjournalisten.

Eine Konferenz im September lässt sich bedauerlicherweise nicht finden; gemeint war wohl die o.g. im August. Und die hat Dickhoff ganz zentral mit organisiert, von Anfang an, trotz seines zwischenzeitlichen Parteiaustritts. Sogar beim letzten Treffen am 20.09.2012 war er dabei, zu dem ansonsten nur noch Oliver Höfinghoff und Mareike Peter gekommen waren, denn  zu den dreien war das Orga-Team inzwischen zusammen geschnurrt. Weil, man hatte sich gestritten, und zwar heftig. nach Piratenart auf Twitter mit Shitstorms und PAV-Drohungen. Wer das Protokoll liest, wird vermuten, dass der Herr Dickhoff wohl eine gewisse fanatische Aggressivität von seiner satanischen NPD-Zeit mit gebracht hat.

Bis zum 20.09.2012 wird Orga-Mitglied Peter Loh auf jeden Fall heraus bekommen haben, dass Dickhoff noch am 17.06.2011 in Berlin bei einer NPD-Kundgebung mit der Berlin-Fahne gewedelt hatte. Denn nach dem Streit hatte er Forschungen angestellt. Es scheint wenig real anzunehmen, dass er das Ergebnis den Streitparteien nicht mitgeteilt hat. So eine schöne Waffe zieht man auch.

Auch Christiane Schinkel hält es für unrealistisch, dass das Orga-Team, insbesondere Höfinghoff, Peter und Liebs nichts davon wussten und Mirco da Silva erklärt, er sei sogar darauf angesprochen worden.

Warum das alles bis Mitte Dezember 2013 so schön verschwiegen worden war und warum es denn ausgerechnet dann heraus gekommen ist – muss ja einer nach gegraben haben, warum? – darauf gibt Höfinghoff leider keine Antwort, obgleich das ja wohl das Interessanteste wäre; der Indymedia-Artikel auch nicht.

Was Dickhoff betrifft, so hatte der offenbar wichtigeres zu tun, als sich mit der Piratenpartei abzuärgern: er ging nämlich zur renommierten Demotix und fotografierte allerlei als freier Bildjournalist, und das nicht nur in Deutschland und auch schon mal für den Guardian. Er machte also Karriere – Grund genug, sich aus den Augen zu verlieren.

Von daher erscheint Höfinghoffs letzter Absatz doch recht bedenklich und erinnert etwas an OM13gate, wo ja auch einige keinerlei Bedenken hatten, um ihres Fanatismus willen Existenzen zu zerstören:

Inzwischen ist uns klar, dass die Konferenz ein Baustein war, die es Lars D. ermöglichte in linken Zusammenhängen zu wirken. Auch wenn es für Bildungsarbeit in einer Partei wenig problematisch schien, Personen mit rechter Vergangenheit zu beteiligen, hätte uns diese Konsequenz klar sein müssen. Wir bedauern daher, nicht kritisch genug nachgefragt zu haben und andere Personen die mit Lars D. später zusammenarbeiteten nicht früher informiert zu haben.

Tja. So muss wohl die Welt eines Abgeordneten aus der tiefen Berliner Provinz aussehen.