Krake ist antisemitisch!

Das jedenfalls verkündet die berüchtigte Lobby-Organisation Simon-Wiesenthal-Center. Und wenn das Simon-Wiesenthal-Center das verkündet, dann ist das für die Antideutschen natürlich Gottes Wort, also verkünden sie das auch. Es ist also klar, dass ein wahrhaft linientreuer Antideutscher an der TTIP-Demo nicht teilnehmen kann. Denn:

harryliebs 2Die Frau, die das postete, bezeichnet sich im Avatar unter dem antideutsch-üblichen „Deutschland, du mieses Stück Scheisse“ als israelsolidarisches feministisches Prinzesschen (weniger romantische Charaktere nennen so was Tussi).
Der ehemalige Pirat Harry Liebs aka #Räucherharry liket das.

nabertronic 2

Nun ist aber der Krake das Symbol von Digitalcourage. Der Datenkrake. Ein durchaus treffendes Symbol, wenn man bedenkt wie die Datensammel- und Analysewut insbesondere der USA sich wie ein Krake über Politik und Gesellschaft legt.
Nichts desto trotz, USA-treue Antideutsche, die gegen eine sorgfältige Überwachung der deutschen Gesellschaft gewiss nichts haben, im Gegenteil, setzen andere Prioritäten, wie hier der Beisitzer im Bundesvorstand der Grünen Jugend, Alexander Nabert:

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, mir erscheint die Antipropaganda zur TTIP-Demo denn doch etwas zu durchsichtig.

Nabert fand dann auch gleich einen weiteren Kraken:
nabertronic

Krake ist eben antisemitisch.

220px-Oktopus-Orakel_PaulHier Foto eines  dieser notorischen Antisemiten, Paul aus Oberhausen, der zu Lebzeiten als Fußballorakel fungierte, der Grund, warum die Antideutschen in ihrem tapferen Kampf gegen Antisemitismus bei der WM 2010 die Deutschlandfahnen von Autos und Balkonen holten.
So hängt das zusammen 😉

Der auch Piraten sattsam bekannte Telegehirn darf natürlich in der Reihe nicht fehlen, womit wir denn auch wieder das sattsam bekannte antideutsche Argument hätten, wer gegen Finanzkapital ist, ist Antisemit, denn in Wirklichkeit meine er damit die Juden. So hört sich das eben an, wenn der neoliberale Kapitalismus sich propagandistisch auf die Ebene der Straßendemos begibt.

Telegehirn

Wenn dazu nun eine antideutsche Antifagruppe einen Witz macht, kann einen das schon auf Gedanken bringen.

antifa

Schwer moniert wurde ebenfalls ein Plakat mit einem Zitat von Theodor Körner – vom ehemaligen Piraten Frank Roeder, der nun als „Antipirat“ firmiert:

FraRoeBerFrau Jungle World Wittich, nicht faul, beeilte sich zu ergoogeln, dass einst auch die Nazis sich auf dieses Gedicht bezogen haben sollen:

elquee 2Dass Körner, in der Familie aufgewachsen mit den ganz Großen seiner Zeit, Goethe und Schiller, nichts dafür konnte, dürfte ihr egal sein.

Immerhin gab es auch Verteidiger des nationalistischen Krieges gegen Napoleon.

ennomane 2Nationalismus ist eben nur manchmal nicht so gut.

ennomaneJungle-World-Wittich ist nicht die einzige Journalistin, die tapfer gegen die Großdemonstration anzustinken trachtete. Für SPON machte sich auch Alexander Neubacher an die Arbeit, aus dem großen Haufen die schwarzen Schafe zu sortieren. Was nicht allzu schwer sein dürfte: sollten die Teilnehmerangaben der Veranstalter stimmen, dann dürften, wenn wir nur mit unrealistisch wenigen 1 % krummer Hunde in jedem Haufen rechnen, 2.500 dabei gewesen sein. Sowas findet man.
Neubacher hatte übrigens von vorn herein etwas gegen die TTIP-Demo. So, wie er von vorn herein etwas gegen die linke griechische Regierung Tsipras hatte – und auch da machte er von der Methode Gebrauch, ihr rechte Kontakte zu unterstellen. Das scheint im Moment in Mode zu sein: wer gegen irgend eine linke Bewegung ankämpfen will, unterstellt ihr verdächtige Kontakte nach radikal rechts.
Natürlich darf in unserer Reihe das wohl bekannte Ekelchen nicht fehlen

ekeliasund gaaanz, gaanz vorsichtig traut sich Räucherharry, ein kleines bisschen von Durchgreifen aber Klotziges zu träumen.

harryliebsWer glaubt eigentlich noch, diese Leute hätten von ihren Grundüberzeugungen her jemals etwas mit Piraten zu tun gehabt?

250.000 Teilnehmer gaben die Veranstalter an, 100.000 die Polizei. Das ist das erste Mal seit elend langer Zeit, dass das Netz wieder eine relevante Anzahl zu einer Demonstration zusammen gebracht hat. Wobei die gefledderten Piraten den geringsten Anteil daran geleistet haben dürften. Doch vielleicht wird anhand der Diffamierungsmethodik erkennbar, dass auch die Gegenseite nicht faul ist und gegen Demokratisierungs-, Teilhabe- und Transparenzbewegungen vorgeht, da, wo sie ist: im Netz. Sie hat dabei vieles zerstört. So führte die Zersplitterung, wonach kein Grüppchen mit irgend einem anderen demonstrieren durfte, zu Demonstrationen mit höchstens 50 Teilnehmern, tapfer, aber lächerlich – und vollkommen machtlos. Der Nahe Osten hat mit solchen Manipulations- und Unterwanderungsbemühungen mehr Erfahrung. Der schert sich nicht um Sprüche und macht sich nicht abhängig von Reputation und Anerkennung, die man auf Seiten der angeblich Reichen und Mächtigen gewinnen könnte und sein Netz wird verdammt ernst genommen.
Man könnte ja mal was davon lernen …

Klarmachen!

CDU/CSU und SPD ruinieren unsere Gesellschaft.

Beihilfe erhalten sie von den Gender-Feministinnen, von der Schwulen- und Transenlobby, den Umwelt- und Tierschützern. Nicht, dass nicht jede dieser Gruppierungen berechtigte Anliegen hätte. Doch in dieser massiven Übertreibung ist es Beschäftigungspolitik, die von unseren tatsächlichen Problemen ablenkt. Die Forderung nach Quoten in Aufsichtsräten bewahrt keine allein erziehenden Mutter vor der Armut, weder jetzt noch im Alter.

Die gemeinste Art der Beschäftigungspolitik ist jedoch die Antifa. Durch sie nämlich wird jede Gesellschaftspolitik zunichte gemacht. Für sie zählt einzig, zu irgend welchen Demonstrationen bedeutungsloser Neo-Nazi-Trupps zu rennen oder gar eingebildeten Nazis hinterher zu rennen. Wäre dies von ‚bösen‘ Kapitalisten erfunden worden, es wäre eine geniale Erfindung. Denn durch die Antifa wird die Linke nicht nur gespalten, sie wird auch von politischer Arbeit durch Selbstzerfleischung abgelenkt.

Und am dollsten ist es gar, wenn antideutsche Antifanten auch noch verbieten wollen, das Finanzkapital anzugreifen, weil viele bekannte Finanzkapitalisten Juden sind. Sagt: wen interessiert es, ob ein Finanzkapitalist Jude ist oder nicht? Hier ist der eine, der es ist, nicht besser als der andere, der es nicht ist.

„Divide et impera“, erkennt das alte Prinzip. Löst Euch von Spaltern, die nicht nur Euch, sondern dem Ganzen schaden.

Löst Euch. Das heißt nicht, bekämpft sie, verfolgt sie, beschäftigt Euch mit ihnen. Das heißt: lasst sie einfach links liegen und beachtet sie nicht. Alles andere verhilft ihnen nur zu weiterem Erfolg. Nur in ganz seltenen Fällen, wenn sie wirklich Einfluss direkt bei Euch haben, solltet Ihr ein paar saftige Bemerkungen fallen lassen. Doch bevor Ihr etwas sagt, vergewissert Euch, welche Bedeutung denen ihr Laden überhaupt hat. Wenn er nur von Eurer Beachtung lebt – denn lohnt sich das nämlich nicht.

Weise ist nur, das Wesentliche zu erkennen.

Bildungspolitik ist es nicht.
Auch, wenn Bildung ein Menschenrecht ist, das es unbedingt zu verteidigen gilt.
Doch die Vielzahl an Praktikanten, an erniedrigten erstklassigen Uniabsolventen, die als überqualifiziert vor jede Tür gesetzt werden, an Akademikern, die womöglich auch noch von den Jobcentern in die miesesten Büro- oder Busfahrertätigkeiten bugsiert werden – oh ja, davon kenne ich einige – zeigt, es ist ein Menschenrecht, doch dieses Menschenrecht verhilft Euch nicht zu einem menschenwürdigen Leben. Auch Bildung kann missbraucht werden, dazu, dass der eine Arme, der keinen Job findet, sich über den anderen Armen, der auch keinen findet, erhebt und die Solidarität aufkündigt, die unsere Gesellschaft so dringend braucht, ohne die keine Änderung möglich ist.

Wirtschaft. Wer sich damit nicht beschäftigt, damit, sie in = unter (!) unser System zu stellen, kann Gesellschaft und Politik vergessen.

Und Solidarität. Die allein der Masse der Bürger Macht verleiht.
Sie geht weit über Deutschland hinaus.
Ich will Euch ja nicht zu viel auf einmal abverlangen: fangen wir mal mit der europäischen an. Solidarität mit Griechenland.

Das erste, was unsere Regierung versuchte, war die übliche Spaltertaktik: wir können nicht die Menschenwürde so hoch hängen, wie Griechenland es fordert, denn andere EU-Länder haben einen noch niedrigeren Lebensstandard und müssten dann für Griechenland zahlen. Welchen Lebensstandard meinen sie – den der Roma in Bulgarien, Rumänien oder Ungarn? Seit wann interessiert der unsere Regierung? Oder soll ich sagen, seit er dazu dienen kann, die Statistik zu drücken?

Hübsch verschweigen unsere schriftlichen Medien, dass Griechenland durchaus nicht alleine steht. Dass deren Finanzminister Hilfe hatte beim Abfassen seines Antrages an die EU – aus der EU, Hilfe, die Schäuble durch sein geradezu unverschämtes Vorgehen mit vergrätzt hat.
Und wer hilft Schäuble?
Die sozialen Versager anderer EU-Regierungen, die bei einem Erfolg Griechenlands fürchten, von ihren Bürgern genau so abgewählt zu werden, wie die alte, sich dem Finanzkapital brav beugende Regierung.
Was für Referenzen!

Es gilt, dass in der Politik wieder die richtigen Präferenzen gesetzt werden.

“ Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“
Nein, das ist kein Satz für eine nette Fensterdekoration. Das ist ein Grundprinzip, das wir, das deutsche Staatsvolk, unserer Regierung als Grundprinzip vorgeschrieben haben. Das steht in der Ewigkeitsklausel des Grundgesetzes.
Wir brauchen keine Systemveränderung. Wir brauchen die Rückkehr zu den Grundlagen unseres Systems.

Und Schäuble muss gehen.

Spuckilecker und Praxisdeppen

Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) hat sich aufgelöst und das hier mitgeteilt. Das ist nichts besonderes, solche zur extremen Linken gehörenden Gruppen lösen sich immer wieder mal auf. An sich kümmert man sich ja nicht um solche extremistischen Minderheiten – aber in diesem Falle erkennt man schnell merkwürdig Vertrautes.

Die ALB ging aus der Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB) hervor. Die gründete sich Anfang der 90er Jahre. Sie war eher pragmatisch orientiert und ihre historische Leistung besteht in der jährlichen Aufführung der Kreuzberger Krawalle zum 1. Mai.

Die AAB spaltete sich 2003. Warum, erklärt sie selber ganz gut in dieser Stellungnahme:

Für die praktische Politik spielt die Frage nach gesellschaftlicher Intervention eine entscheidende Rolle. Während den „InterventionistInnen“ schnell das Mitmachen, die Reproduktion der abzuschaffenden Verhältnisse, das potentiell falsche Verständnis zum Vorwurf gemacht wird, endet die Praxis der „IdeologiekritikerInnen“ oft in Abgrenzung zu anderen Linken und ihrer Politik.

Die „Praxisdeppen“ kündigten also die Kooperation auf, weil sie die Nase voll hatten, dass sog. Ideologiekritiker, selbst Ideologen, sich statt mit praktischer Politik eher damit beschäftigten, Grupppen mit anderen Meinungen  zu exkludieren.

Die Interventionistische Linke (IL) gibt es übrigens immer noch. Sie wird in der Auflösungserklärung der ALB als Nachfolgeorganisation empfohlen.

Antifa schwarzSpaltungsgrund waren die Antideutschen, die eher zum Autonomen Lager tendierten, wie sich schon an der Farbsymbolik der Antifa-Flaggen erkennen lässt. Im Titelbild sehen wir, die der ALB ist rot auf schwarz. Die Antideutschen gehörten dem Lager derer an, die meinen, man bräuchte erst mal eine Theorie, bevor man zu praktischen Aktionen schreiten könne.  Was notorisch zu Spaltungen führt, denn zu einer allseits akzeptierten Theorie kommt es nie.

Die in der Stellungnahme des AAB von 2003 festgestellten Probleme mit den Antideutschen lassen sich fast 1:1 auf die Piratenpartei übertragen. Dort steht:

Der Streit über die „richtige“ Position ist in der Linken ein Bestandteil der Politik, aber ohne die Wahrnehmbarkeit einer praktischen Politik interessiert sich auch niemand für die Positionen, die vertreten werden. Die AAB ist dafür ein gutes Beispiel: Nur aufgrund der praktischen Erfolge unserer Politik wurden auch die Positionen diskutiert.
Dem Anspruch, die Theorie zu verbessern und mit Praxis zusammenzuführen, wurde von den Leuten, die dies einforderten, nicht Genüge getan. Im Gegenteil hat die Art und Weise wie Diskussionen geführt wurden mehr und mehr zu einem Klima geführt, in dem Projekte gegen einen relevanten Teil in Kampfabstimmungen durchgesetzt werden mussten, bestenfalls gab es eine Art „Stillhalteabkommen“. Von einer kontinuierlichen Diskussion um die Weiterentwicklung der Politik konnte keine Rede sein.

Jo, is so. Kommt bekannt vor, ne?
Also spaltete sich die ALB ab und rief erst mal zu einer Demonstration gegen George Bush’s Irak-Krieg  auf, ein Krieg, den die Antideutschen – die „Spuckilecker“, gemeint ist wohl insbesondere die Spucki der USA – entschieden unterstützten. Damit wollte die ALB „Möglichkeiten der politischen Einflussnahme weg von der denunziatorischen Selbstbeschäftigung in einem Teil der Linken“ wieder eröffnen. Um überhaupt wieder politisch handlungsfähig zu sein.

Die „Praxisdeppen“ der Antifaschistischen Linken machten weiter mit Action: sie organisierten u.a. weiter die Kreuzberger Demonstrationen zum 1. Mai unter dem Motto ‚Berlin soll brennen‘, aber auch die Demonstrationen gegen die Nazi-Aufmärsche in Dresden, die letztlich dazu führten, dass der einst größte Nazi-Aufmarsch Europas aufgeben musste. Gewalt hält die Antifa angesichts der angeblich strukturellen staatlichen Gewalt für legitim und nötig, formierte auch den Schwarzen Block und wurde zur „tonangebenden Antifa der Stadt“, wie die taz über sie zum Zehnjährigen schrieb. Allerdings war es nur ein Teil der ALB, die dermaßen auf Gewalt setzten. Die Mehrheit bekannte sich eher zur Interventionistischen Linken, die mehr auf Kooperation mit anderen linken Gruppierungen, auch bürgerlichen, wie Gewerkschaften, setzte, was der militanten Minderheit wohl nicht unterhaltsam genug erschien und nun zur Auflösung der ALB führte.

IL
Banner der IL zum G8-Gipfel in Rostock 2007

Man sollte hieraus nicht den Schluss ziehen, die ALB bzw. das überregionale Bündnis Interventionistische Linke (IL), zu dem auch der ALB gehörte, seien friedlicher Natur. Wir bewegen uns hier im linksextremen Spektrum, in dem nicht mehr über das Ob, sondern nur über das Ausmaß an Gewalt diskutiert wird. Über die AL war dann auch die ALB an der Organisation und Durchführung der doch recht militanten Demonstration gegen den G8-Gipfel 2007 beteiligt, mit einer freilich noch übler militanten Staatsmacht, die immerhin die Bundeswehr einsetzte; sowie auch am wesentlich friedlicher aufgezogenen Schottern des Castor.

Kommen wir nun zum anderen Flügel des ABB, den antideutschen „Spuckileckern“, zunächst die Gruppe „Kritik und Praxis Berlin„, kurz KP.  Viel brachte der offenbar nicht zustande, außer der Organisation einer 1. Mai – Demo in ihrem Gründungsjahr tat sie sich lt. Wikipedia mit der Organisation einer Fete hervor:

Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung organisierte sie am 7. Mai 2005 gemeinsam mit der Wochenzeitung Jungle World ein Open Air-Festival unter dem Motto „Deutschland du Opfer“.

Es handelte sich hier offenbar um den Jungle World Flügel der Antideutschen, der lange schon mit dem Grigat-Flügel der Antideutschen spinnefeind ist. Offenbar fand jedoch die theoretische Arbeit zwecks Vorbereitung der Revolution recht wenig Resonanz, so dass sich die KP 2006 wieder auflöste und als neue Organisation Theorie, Organisation, Praxis (TOP) gründete. Die veröffentlichte 2007, natürlich in der Jungle World, das Statement „Dabeisein ist nicht alles„, das doch einer näheren Betrachtung lohnt.

Anlass ist offenbar der erwähnte Aufruf der ALB/IL zur Demonstration gegen den G8-Gipfel, der der Regierung nicht unerhebliche Kopfschmerzen bereitete. Davon hielt TOP nichts und zitiert sich quasi selbst, nämlich KP:

Anstelle das Verschwinden von Antisemitismus und Antiamerikanismus als a priori auszuweisen, bevor kommunistische Praxis überhaupt erst möglich sei, müsste sich gerade aus deren Existenz jede Notwendigkeit ableiten, die Kapitalismuskritik praktisch werden zu lassen.

Anders gesagt, vor der Revolution müsse das Bündnis mit Israel und den USA stehen; letzteres verbiete natürlich eine Demonstration gegen den G8-Gipfel, an der die TOP aber trotzdem teilnehmen will, um „unsere Kritik an dem falschen Ganzen denjenigen nahe zu bringen, die für uns erreichbar sind„; also in missionierender Absicht. Eine für die Bundesregierung zweifellos sehr praktische Ansicht.

Es ist vorwiegend dieser Flügel der Antifa, der speziell bei den Berliner Piraten eingefallen ist und dort das gleiche Werk betrieb, das er damals schon innerhalb der Linksextremisten versuchte:

Wer nicht Islamisten, Neonazis, landlose Bauern, Hartz-IV-Protestler und Schwarzfahrer zu einer subversiven Masse verwursten will – und sie dadurch gleich macht, weil sie irgendwie alle etwas gegen den Neoliberalismus haben –, dessen Bilanz muss nüchtern ausfallen.

Was nichts anderes ist als die prinzipielle Ablehnung der Kooperation von Menschen mit unterschiedlichen Beweggründen, wie sie schon dem AAB sauer aufstieß, wobei die zuerst angeführten Begriffe „Islamist“ und „Neonazi“ erfahrungsgemäß den ‚Vorteil‘  haben, dass man jeden so bezeichnen kann, dessen Ansichten einem nicht passen. Es ist dann eben persönliche Meinung ohne Beweispflicht.

Und spricht dann im weiteren Text von „Schnittstellen zum Weltbild eines mo­dernen Neonazis„,  Antiamerikanismus und antisemitischen Stereotypen, die man im anderen Flügel angeblich fände, von einer „falschen, verkürzten Kapitalismuskritik, die ja durch­aus Schnittstellen zum Weltbild eines mo­dernen Neonazis aufweist„, also die ganze Bandbreite hinlänglich bekannter Diffamierungen und Verleumdungen, für die die Antideutschen allüberall längst berüchtigt sind.

DWarnschild Zersetzunger Terminus Technicus für diese Tätigkeit ist: Zersetzung.

(Wer dies vertiefen möchte: hier Link zur Erich Mielkes MfS-Richtlinie betreffend Zersetzung, der ganz gut die wohl universale Methode beschreibt.)

 

Auf die interessanten Kommentare – bitte runterscrollen! – wird ausdrücklich verwiesen.

 

 

Die Rache der SED

Die Jagd auf vermeintliche Faschisten und Nazis, die freilich sehr rückwärts gewandt ist und moderne Formen des Faschismus, wie Dugins Eurasianismus, ignoriert, gehört zu den zentralen Merkmalen insbesondere der Antideutschen. Andere mögen Linksextremisten sagen, doch da weigere ich mich. Denn wer sich links nennen will, kann sich nicht auf rechte ideologische Positionen beziehen. Die Hinwendung zum dem deutschen Idealismus verwandten Lobpreis der Ideologie, die ideelle politische oder womöglich gar Staatsziele anstrebt, ist von ihrem Wesen her rechts reaktionär, wie ich hier bereits ausführte.

Die BRD hatte sich von Anfang an als das zwar unvollständige, aber dennoch eigentliche Deutschland definiert. Folgerichtig trat die DDR nach dem Mauerfall diesem eigentlichen Deutschland bei. Der Versuch weniger, bei der Gelegenheit einen neuen Staat mit einer neuen Verfassung zu gründen, war angesichts der Mehrheitsverhältnisse (die gesamte DDR hatte gerade mal so viele Einwohner wie NRW alleine) von vorn herein aussichtslos, denn die Bürger der BRD hatten einen Verfassungspatriotismus entwickelt, der sie auf jeden Fall an ihrem Grundgesetz festhalten ließ. Dieses Bewusstsein war in der DDR nicht entwickelt; der in der DDR-Verfassung zementierte unfreie Führerstaat, auch wenn nicht eine Person, sondern eine Partei(führung) auserkoren war, dazu die schmerzlich empfundene wirtschaftliche Erfolglosigkeit gegenüber der BRD waren hierzu nicht geeignet. Hingegen war es im Gegensatz zur BRD normal, dass Verfassungen zur Disposition stehen, denn  in der relativ kurzen Zeit ihres Bestehens hatte die DDR alleine schon drei Verfassungen; heran gezogen wird hier die jüngste von 1978.

In Art. 1 dieser Verfassung definierte sich die DDR folgendermaßen:

„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern. Sie ist die politische Organisation der Werktätigen in Stadt und Land unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei.“

Dies bedarf einer Rechtfertigung, denn weder ist es freiheitlich, einen Staat als politische Organisation nur eines Teils seiner Bürger anzusehen – wo bleiben beispielsweise die bürgerlichen Gelehrten und die Kaufleute? – noch ist es demokratisch, alle Bürger der Führung einer Klasse und ihrer Partei zu unterstellen. Die Rechtfertigung findet sich bereits in der Präambel, nämlich: der Antifaschismus:

„In Fortsetzung der revolutionären Tradition der deutschen Arbeiterklasse und gestützt auf die Befreiung vom Faschismus hat das Volk der Deutschen Demokratischen Republik in Übereinstimmung mit den Prozessen der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische, staatliche und nationale Selbstbestimmung verwirklicht und gestaltet die entwickelte sozialistische Gesellschaft.“

Und Art. 65 Abs. 1 behauptet:

Die Deutsche Demokratische Republik hat getreu den Interessen des Volkes und den internationalen Verpflichtungen auf ihrem Gebiet den deutschen Militarismus und Nazismus ausgerottet.

Das stimmte natürlich nicht. Tatsächlich blühte und gedieh der Rechtsradikalismus prächtig in der DDR, insbesondere unter den Jugendlichen, wie eigentlich auch jeder, der ab und an mal privat die DDR besuchte, hätte wissen müssen. Doch auch die DDR Staatsführung wusste durchaus Bescheid. Anfang 2001 verwies Der Spiegel auf eine Studie des Leipziger Zentralinstituts für Jugendforschung, die bis  dahin unter Verschluss gehalten worden war. Das Institut schätzte auf Grund empirischer Studien, dass 10-15 Prozent der DDR-Bevölkerung ein „festgefügtes rechtsradikales Denkmuster“ hätten, insgesamt bis zu 50 Prozent der Jugendlichen besäßen „rechtsradikale Gefühlsstrukturen“. Das war natürlich peinlich und offiziell beeilte man sich zu versichern, das läge daran, dass westdeutsche Neonazis perfiderweise den antifaschistischen National befreite ZoneSchutzwall mit ihrer Nazipropaganda unterlaufen und die saubere DDR-Jugend infizieren würden. Doch auch 2010 noch lagen die Bastionen der NPD im Osten, wie auf dieser interaktiven Karte zu sehen, Berlin übrigens eingeschlossen, und pogromartige Ausschreitungen unter Beteiligung einer applaudierenden Bevölkerung, wie 1992 in Rostock-Lichtenhagen, Aufmärsche in Formation mit Landsknechtstrommeln und Fahnen oder gar ein Aufmarsch von 6.000 Nazis 2009 in Dresden oder „national befreite Zonen“ waren im Westen völlig unbekannt gewesen; dort entwickelten sich mangels Resonanz eher vereinzelte Terrorgruppen, aber keine schlagkräftige Organisationsstruktur.

Wenn die Illusion, Faschismus sei hauptsächlich innerhalb der westdeutschen Bevölkerung  verbreitet, bis heute so vehement aufrecht erhalten wird, so hat dies den gleichen Grund wie früher in der DDR. Es geht nämlich gar nicht um Faschismus. Vielmehr ist für weite Teile der Antifa Antifaschismus längst als Vehikel zur Systemveränderung instrumentalisiert worden. Dies versteht man freilich erst dann, wenn man die  Bedeutung der klassischen Faschismus-Definition der Sozialisten begriffen hat, wie sie von der Sozialistischen Internationalen bis 1933 ausgestaltet wurde:

Der Faschismus ist die offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.

Faschismus ist also nur der offene, deutlich sichtbare Ausfluss des Finanzkapitals, der in eben diesem Kapitalismus ansonsten latent vorhanden ist. Antifaschistischer SchutzwallDaraus folgt, dass, entgegen den empirischen Studien, der Faschismus nicht im Osten, sondern im Westen Deutschlands seine Hauptbastionen haben soll, was auch so lange bleiben soll, bis der Westen zu Sozialismus, Kommunismus, Anarchismus zwangsmissioniert ist. Was einst die Existenz der DDR und damit auch der Diktatur bis hin zum „Antifaschistischen Schutzwall“ rechtfertigte, dass man nämlich international in der Pflicht stehe, den im Kapitalismus latent vorhandenen Faschismus insbesondere auf deutschem Boden zu bekämpfen, wird nun zur Rechtfertigung genutzt, unter Missachtung demokratischer Grundsätze und sogar unter Rechtfertigung von Gewalt  zumindest gegen Sachen eine Systemveränderung in Deutschland zu erzwingen. Das ist natürlich völliger Unsinn, solche Leute haben nicht die geringste Chance, unter unserer demokratischen Verfassung je eine Mehrheit dafür zu erlangen, jedoch hat das Leute, die sich selbst mit einer angeblich höheren Moral immunisieren, noch nie gestört. Sie leben halt in ihren Träumen.

Immerhin erkennt man auf einmal die hinter den Antideutschen stehende Logik: entscheidend ist nicht der Antifaschismus, sondern die Bekämpfung des „Systems“ bis hin zu seiner Abschaffung. Problematisch ist natürlich, was an seine Stelle treten soll. Darin unterscheiden sich die Richtungen. Die Freunde der klassischen K-Gruppen-Ideologien streben ganz revolutionär ein neues System an, das nicht so viel anders erwartet werden kann, als die alte DDR. Nicht deswegen, weil die so gerühmt wird, sondern weil es nicht anders geht. Ohne Diktatur kommt man gegen eine große Mehrheit der Bevölkerung, die so etwas ablehnt, nun mal nicht an. Die Rechtfertigung dafür ist natürlich die alte: es entspricht einer angeblich höheren Moral.

Die weniger sozialistisch orientierten Freunde der USA können den Kapitalismus natürlich nicht abschaffen; alternativ streben sie das Abschaffen Deutschlands an und geraten damit in brandgefährliches rechtsradikales Fahrwasser, denn gerechtfertigt werden kann das nur durch kultur- oder gar biologischen Rassismus. Was freilich ebenso zwingend antidemokratisch ist.

Antideutscher Nazi
Beispiel für antideutschen Fremdenhass

Und ganz klar im rechtsradikalen Fahrwasser schippern diejenigen, die ihren Rassismus und ihren Fremdenhass mit geradezu fanatischer Freundschaft zu Israel kaschieren. Hier tritt die Frage nach dem System völlig zurück, übrig bleibt Faschismus pur. Was eine relativ neue Qualität von Rassismus und Fremdenhass ist, wie wir sie allerdings in ganz Westeuropa finden, am bekanntesten bei den Anhängern Le Pens und Geert Wilders, aber auch bei der berüchtigten Webseite politically incorrect; man muss sich nur hingebungsvoll zu Israel bekennen, dann darf man allen anderen gegenüber die Sau raus lassen: man ist ja kein Antisemit, das reicht. Von daher ist es in meinen Augen nur eine Frage der Zeit, bis zumindest ein relevanter Teil der Antideutschen auch offiziell in dieses rechtsradikale Lager wechselt.