#Bombergate

Es gilt, ein neues Gate zu dokumentieren.Bombergate 3

Ausgelöst wurde es von Berliner Medien. Nicht unbedingt den feinsten; auch Bild war dabei.

Hier der Artikel des Berliner Kurier online . Der behauptet anhand eines Fotovergleichs, eine der beiden Femen-Aktivistinnen, die sich in Dresden mit nacktem Oberkörper demonstrativ ablichten ließen, sei die Piratin Anna Helm. Und mit dieser Überschrift und entsprechendem Foto hängt nun am 17.02.2014 auch die Printausgabe an zahllosen Plätzen in Berlin aus.

Selbst Femen war davon nicht begeistert und distanzierte sich.Bombergate 6

Helm gehört zu den Berliner Linksextremisten in der Piratenpartei und hat dort auch den entsprechenden Rückhalt. Sie fand auf die Kandidatenliste zur Bundestagswahl 2013 und ebenso auf die Liste der Piratenpartei zur kommenden Europawahl 2014.

Eine dringend notwendige eigene Stellungnahme von ihr liegt bisher nicht vor; kommt vielleicht noch. Es wäre ein ziemlicher Skandal, wäre die Behauptung „Berliner Piratin nackt bei Femen“ frei erfunden; von daher ist anzunehmen, dass ein Fotovergleich durchaus sachkundig statt fand, denn allein durch das Publizieren des gegen Vergewaltigung demonstrierenden Fotos auf der Titelseite dürfte Helm politisch so ziemlich erledigt sein. Andererseits wäre es aber nicht das erste Mal, dass diese Boulevardzeitungen frech gelogen hätten.

Offenbar ist man dort entschlossen, der Piratenpartei den Todesstoß zu versetzen. Bombergate 5 170214Und der könnte nicht unwirksam sein, selbst wenn sich die Behauptung, Helm hätte in Dresden posiert, als unwahr erweisen sollte. Denn tapfer sekundierte den Boulevardmedien die als eine Art Beraterin an die Seite des Bundevorstandes geholte Julia Schramm aka @laprintemps, die zu einer „antideutschen bombergateTwitterdemo“ aufrief. Dies besorgte sie auch gründlich.

Dass Schramm bereits bekundete, ihr Opa sei ein Nazi-Opa gewesen mit Funktion bei SS oder ähnlichem verwundert den Kenner wenig. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Versuch, der eigenen Familiengeschichte zu entkommen, insbesondere dem Hinterfragen der eigenen Sozialisation durch eben diese Familie. Freilich ein untauglicher Versuch. Zudem zeugt er von einer politischen Unreife, die eigentlich jede ernsthafte politische Tätigkeit unterbindet, auch die als ‚Beraterin‘ eines Bundesvorstandes.

Nun, es ist nicht das erste Mal, dass Schramm sich in dieser Art äußert, unter Zurhilfenahme desBombergate Stalingrad ‚poetischen‘ Knittelverses. Bei ihr ist das notorisch. Hier ein Beispiel, natürlich unter dem Beifall des kongenialen Oliver Höfinghoff aka @riotbuddah:

Von daher dürfte es inzwischen ziemlich gleichgültig sein, ob nun das Foto à la Femen mit dem auf den nackten Oberkörper gemalten Dank an Bomber Harris tatsächlich Helm zeigt oder nicht. Für den in der Piratenpartei herrschenden Stil ebenso wie für die in ihr vorherrschende Ideologie wird das inzwischen unerheblich sein.

Vorsichtig sekundiert wird aber auch von den ‚üblichen Verdächtigen‘ von der antideutschen Front. Journalistin Elke Wittich z.B. meint, „geht weg, ihr aberaberaber Bomber-Harris rumheuler“, und IDF-Fan und deutsch-israelin Martin findet, „Millionen Unschuldige töten geht ja auch gar nicht! Hätten Deutsche ja niemals getan! Schon gar nicht zu der Zeit damals!“

Allerdings geht es darum nicht. Es geht um eine provinziell-nationalistische Sicht einzig auf eine nationale Geschichte, auf die diese Leute neurotisch fixiert sind. Offenkundigt mangelt es ihnen an der Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Denn es ist selbstverständlich ein Unding, einen bewussten Terrorangriff auf eine Zivilbevölkerung zu feiern, egal. welch verbrecherischem System sie sich hingegeben hat, während die Sicherheitspolitiker sich weltweit darum bemühen, dass genau so etwas nicht mehr geschieht, sei es mit politischen, sei es mit technologischen Mitteln. Denn eines muss man sich klar machen: als Verbrecher wird immer der jeweils andere bezeichnet, unabhängig davon, ob er das nun ist oder nicht. Wer Bomber Harris Angriff auf Dresden feiert, der hat auch den Fassbomben- und Giftgasangriffen eines Assad nichts entgegen zu setzen.

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Update:

der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Wirth, der Schramm als Beraterin engagiert hat, ist leider urplötzlich erkrankt:
„Infotweet: Grippe – Bett – Dinge müssen warten. “ (@Insidex 17.02.2014)

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Update:

Inzwischen ist möglicherweise auch die zweite Frau auf diesem der Bombergate beideBild-Zeitung online entnommenem Bild identifiziert. Bei der dort Debbie Anderson genannten Person könnte es sich um die Piratin Debbie Anna aka @Debbie_Anna handeln, eine Femen-Aktivistin, die von der Polizei festgenommen worden sein soll, als sie eine Fackel auf die russische Botschaft warf.

Verhaftet oder nicht, mit Wurfgeschossen attackiert hat sie die Botschaft offenbar, Denn dieses von einer anderen Femen-Aktivistin verfremdete Foto fand sie so schön, dass sie es gerne als T-Shirt mit sich selbst drauf haben würde, so ihr Twitter-Dialog mit der Femen-Aktivistin @Yokofem. U.a. die Körperbemalung weist aus, dass es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tatsächlich um Debbie Anna handelt, die Brandsätze auf die russische Botschaft warf und anschließend von der Polizei festgenommen wurde, wie auf dieser Fotoserie der Hamburger Morgenpost zu sehen, der die unten folgenden Bilder entnommen sind.

Bombergate Tshirtbild
Pikanterweise kandidiert Debbi Anna (wenn auch mit ziemlicher Sicherheit chancenlos) für den Landesvorstand der Piratenpartei in Berlin, der am 01./02.03.2014 gewählt wird.

Bombergate 9 Bombergate 10

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Update 18.02.2014:
Der Berliner Kurier beharrt in seinem heutigen Artikel darauf, dass die vermummte, in Dresden fotografierte Frau Anne Helm sei: „Vorneweg: Helm selbst bestreit, die maskierte Aktivistin gewesen zu sein. Dem KURIER liegen aber stichhaltige Indizien vor, die Anne Helm eindeutig identifizieren.

Möglicherweise weiß inzwischen auch der Bundesvorstand der Piratenpartei mehr. Tweet vom heutigen Morgen:
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Update 19.2.2014:

„Bombergate“: „Jetzt versenken sich Berlins Piraten selbst“ titelt der Berliner Kurier heute morgen und macht allmählich das Foto der beiden barbusigen Piratinnen zu einem Markenzeichen der Piraten. Gestern schon sekundiert von der taz, die sich für den schier diktatorischen Umgang mit ihr mit einer unbearbeiteten und entsprechend holprig zu lesenden Mitschrift eines Interviews mit Christopher Lauer bedankte.

Mit gleichem Markenzeichen bebildert steuert auch das Rostocker Journal einen Artikel bei, denn Anne Helm ist gebürtige Rostockerin.

Und nun ist auch noch eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung zu dokumentieren. Freilich habe ich erhebliche Zweifel, ob eine solche Aktion darunter fällt.

Der Spiegel ist inzwischen auch dabei.

Zwischenzeitlich haben ja Helm und der Bundesvorstand Erklärungen heraus gegeben.  Die habe ich hier verlinkt und kommentiert.

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Update 27.06.2014:

Da gibt es noch ein interessantes Fundstück, nämlich dieses Blogpost vom 07.03.2014, offenbar Verlängerung einer alten Fehde mit Don Alphonso.

Was ich daran interessant finde, ist dieses Foto, das frühestens am 16.02.2014 entstanden sein kann:

CDU NeuköllnDer Autor des Blogposts, MSpr0 aka Michael Seemann schreibt dazu: „Es gibt dieses zynische Foto der JU-Neukölln und Teilen der CDU-Fraktion in der BVV, das mittlerweile gelöscht ist, in dem sie grinsend das Bild von Anne wie eine Trophäe halten.“

 

 

 

 

Höfinghoff u DebbieUnd dann natürlich das zweite Foto, von Seemann beschrieben mit „Glücklicherweise haben Debbie Anna und Oliver Höfinghoff eine passende Antwort gefunden:“

Das kann eigentlich frühestens am 17.02.2014 entstanden sein, wahrscheinlich eher später.

Ja, es ist natürlich genau die Debbie Anna, die am 08.02.2014 einen brennenden Gegenstand auf die russische Botschaft geworfen hat; unwahrscheinlich, dass dies Höfinghoff eine gute Woche später nicht bekannt war. Nun kann man als Berliner Abgeordneter natürlich klammheimliche Freude über solch einen Angriff empfinden. Auf einem anderen Blatt steht allerdings, dann auch noch mit der Täterin zu posieren, um andere Leute, nämlich die CDU Neukölln, damit politisch anzugreifen. Zwar dürfte es sich hierbei um einen, wie Juristen sagen würden, untauglichen Versuch handeln, dennoch, den Eindruck einer Distanzierung, wie es normalerweise im politischen Geschäft erforderlich ist bei einem Ereignis, das immerhin zu einer diplomatischen Protestnote führte, macht dieses Foto nun  nicht.

 

 

What are Semites?

No, we must not go back to Adam and Eve.

But to Noah.

After the Flood the story was by the way largely taken over from a Babylonian story three sons of Noah survived, Shem, Ham, and Japheth. They were assumed to be the ancestors of all mankind; Bible-believing Christians still defend this belief. So do not think that it is ancient, long-forgotten stuff.

The Tora has a genealogy, according to which everything, that the Hebrews at that time knew of peoples, was led from Shem, Ham, and Japheth: Shem themselves and recognized relationship, and Ham all who were dark-skinned and also the people from Canaan, Japhet all who lived in the West. Roughly divided. This division remained in science to the early modern period. With the discovery of other cultures, China, Japan, Indian, however, this ethnography‘, like many other biblical doctrine, became untrustworthy.

Let’s start with Ham, whose alleged descendants had to suffer the most . Ham should have gone into Noah’s tent when he slept : naked. Whether this is a euphemistic translation error , has little significance for at least 2,500 years believed history. Crucial : Ham was cursed for it, and – made ​​black, so dark-skinned. As with all of his descendants. Whereas dark is relative , because the ancient Hebrews saw as Hamites also the people from Canaan who belong to the ancestors of the Palestinians , which conveniently led to the recommendation that such a cursed people could be beaten to dead easily . Whereas the Ethiopians are much darker, but were friends , so called Semites . Plane relative. We better don’t ask to what extent this ‚ religious ‚ faith could apply to Jewish fundamentalists still .

The Christians of course took this over . The result was at best the cute black boy servant , because part of the curse was, that Ham’s descendants had to serve the descendants of the other brothers forever. The religious justification of slavery in the United States, held high and in particular in honor of the pious Ku Klux Klan. And this belief is still in the U.S., because first there is a significant number of evangelical fundamentalists and secondly, it surely appears to many as practical.

The next one is Japhet .The Europeans assigned themselves to as the progenitor . In the heyday of colonialism , a Russian researcher resumed all the nations up to the Far East under the supposedly superior Japhethites who should be able to do everything better . The Soviets adepted it and sided with all sorts brillant stuff , until 1950 Stalin ended the mischief with a word of power . Because it was pure ideological nonsense. But not entirely without consequences : the Eurasianism of the fascists Dugin will also be influenced by such rubbish – though not in linguistic terms.

The only thing that has held up in science, are the Semites . As a language family. See Semitic Science , especially a linguistics. Of course it was soon realized that the biblical classification was untenable : the old people from Canaan were clearly Semites . Semites were the ancient peoples such as the Babylonians and Assyrians , a decent semitist must be able to read cuneiform . Today, there are except smaller Syrian enclaves (not to be confused with Syria ! There one speaks Arabic ! ) as spoken Semitic languages ​​Arabic, Maltese and the revived Hebrew.

Now, what about race in this issue? Well, scientifically purely nothing. If you have even only a little idea of ​​the Ancient Near East and its development until today, you know to speak of race is utter nonsense. Especially since the ancient semitic language family probably came from East Africa and then spread from the Arabian Peninsula into a migration of peoples across the Middle East. Yes , according to recent research , the Hebrews originally came from the Arabian Peninsula . And if you know a bit of both languages ​​, Arabic and Hebrew, you also know how closely they are related to each other . In addition , all the people sitting around the Mediterranean contains everything that ever drawn or lost there . Since we’re talking of genes , then probably there is a tiny bit of Babylonian in  every Jew  – however in any Arab as well .

Now, according to old European Christianity the Jews  had the ‚wrong ‚ religion. Starting from the French Revolution this demanded scientific relining to remain credible to the believers in science of 19 Century , who though remained printed by Christian prejudices , mainly due to the onset of secularization. They kept old Sem of course and wanted to speak henceforth of Semites . This, however, did not even hold until the middle of the 19th Century , because Semitists and orientalists already existed, and the majority considered it for a complete nonsense to claim for religious reasons negative characteristics on Semites, which then also should have Assyrians , Babylonians and Arabians , after all grand old civilizations . Parasite without own culture – that did not work . So henceforth only the Jews should be Semites , which of course did not make it better . But Ancient Near Eastern Studies and Semitic Studies are exotic subjects , and though they never recognized the whole nonsense about Semites but for a name for a common language family, this doesn’t penetrate the ahistorical , pseudo- scientifically oriented ‚ normal citizens ‚ . Nevertheless , some of these pseudo- scientists made enormous efforts to ascribe anything Racial to the Jews , some genetic malice . Up to the opposite of a race : for some ‚ anti-Semites ‚ suddenly the Jews should be malicious because they just were not racially pure  , but a mixture – especially because of a high proportion of the supposedly still more evil Armenians. What , however, could not prevail , the Armenians were Christians , so did not work. Here I must ask for forgiveness : so terrible the consequences were, from a scientific point of view you can not just help it but make fun of the Semites – nonsense.

 In the end, even nazi propaganda minister had an ‚insight‘ and announced: The German policy is only directed against the Jews, but not against the Semites per se. It shall be used the term anti-jewish instead. „So also officially  the old Christian hatred of people who refuse evangelization was re-installed.Though the term „anti-Semitism“ may be still in use, with a number of Orient scientists I‚m against it. The term is totally nonsensical and wrong and gelatinizes only the realities. It directs people away from dealing with the actual historical and cultural facts, as required. It directs them not to handle problems of our European culture that cry out for criticism and coping leads.

The term „anti-Semitism“ became an integral part of fundamentalist Zionist ideology. I do not care. What is wrong, has to be abolished.

Ein Hijleh (English)

Let’s start with this map of the West Bank. That’s part of Palestine.

Blue is the Oslo Zone C. This is also partKarte of Palestine. The West Bank was occupied in 1967. At that time Ein Hijleh was ethnically cleansed and closed, the inhabitants driven out

It was plan to negotiate more in details on the Zone C, according to Oslo II, signed in 1995because that time around 130,000 Israeli settlers lived there, who had gathered since 1967 there and because Israel as usual argued with security aspects. But a partial withdrawal should have been done until 1999. Of course Israel did not do that and now there are about 300,000 Israeli settlers in the West Bank. There was another settlement freeze in between, namely 2001, in connection with the agreement of the so-called roadmap. At that time there were about 200.000 settlers in the West Bank. So you see, these agreements were in fact not worth the paper, and because EU had noticed that as well, there is now a boycott of the economy in these illegal settlements.

Who looks at the map will note that Palestine is cut off from the entire river Jordan. And therefore off the area with its most important resources, which of course includes the Jordan water. This is surely a great way to undermine the existence of farmers, because where there is no water, there’s nothing to do with agriculture. Where there are no Israeli settlements, then there are military zones, and when that looks a bit too funny, it’s just declared as a nature reserve. Quasi in stock. So it is not surprising that the Palestinian towns there, the purple dots, in no small degree live of international support.

The extreme right in Israel, which is now probably pretty much expected to be mainstream, say, the West Bank belongs to them , because it should be Judea and Samaria. Well. This is religion , so it’s them at liberty to believe that. But there are a lot of religions in the world, Judaism is certainly not the most significant , and therefore no religion may require to be recognized as the only true ( which finally any religion claims to be) , but it has to hold on the secular international law . Also the Christians have ever claimed that Palestine belongs to them , and also they ‚ justified ‚ this with their religious beliefs , according to which the Jews were not entitled to it because since Jesus there would be a new covenant with God and a new people of God , the Christians . The old Palestinians , Canaanites , Philistines, and as their ancestors were all called , are used to such claims more than 3,000 years and no one can blame them that they do not care much about; they are experienced with that.

Today the civilized world adheres to the secular international law and under that law the West Bank belongs to Palestine. Basta. Something else does not apply. Certainly the international community regards for all the people who live there, including the illegal settlers, but that does not change the territorial conditions. Shall mean, the territory of a state and the individuals who live in it are two different sites.

That the Palestinians once said it’s enough, we now turn the tables, we fetch back our traditional territory, and this quite peaceful and civil, is close – because the illegal Israeli settlers operated quite similar, only that they generally are not restrained from their purpose and are also less peaceful. Salt of the Earth“ is the program of the Palestinians, Arabic alArd Melh„. Ein Hijleh was not the first recall campaign and it will not be the last, but she was the one with the biggest attention.

The Israelis had noticed that something0102 Morgen was coming and reinforced the military patrols. But it did not help. The Palestinians were carefully planned, plunged suddenly into Ein Hijleh and within 10 minutes it was occupied by about 300 Palestinians. Not by any strangers, but mostly by people who came from the region and knew well about accordingly. That was on 31st January and the next morning it looked like this: >

That was of course nothing the Israelis did Pferdlike. At first they cordoned off the entrances, particularly the main road, Route 90 west of Jericho,  Ein Hijleh is situated near the east side of this road. In particular, water and food should not get there and of course no journalists. Confiscated water initially could peacefully be taken back and visitors, who carried something with them, too: with a big hello a whole group of Bedouins from Hebron met on horseback and they had load plenty of food for the obligatory evening party.

And there were plenty of visits. Many of the villages and towns around wanted to stop by or even spend at least one night. The Israelis could not prevent them; when they wanted to stop the buses and trucks, the cars were just driving past it.

A particular annoyance was this sign:StraßeState of Palestine  village Ein Hijleh – Welcome“, it says, and here it is held on Route 90. It annoyed the Israeli soldiers to be seen in the back on the road that much, that they tried to evacuate the village at once. With tear gas and physical effort in which the arm of a Palestinian went to break, who, after the arm at the hospital in Jericho had been splinted and supplied, undaunted returned.

Obviously, the Israelis had not to do with Bewohner u Soldatmilitants, as they usually claim, but with all  normal, peaceful citizens who were even from the region and were familiar with it the best and, as you can see here, had no special respect  in front of Israeli soldiers . On the contrary, they gave out the motto, we do all that without any violence, but we are not going away and confront with them face to face. Well, the too few soldiers could not do much  against that and went off again. Not without smearing at the carefully painted welcome screen on a wall.

There were more visitors . Perhaps mostErzbischof important Archbishop Atallah Hanna. Because the old Canaanite Ein Hijleh was a Christian- Orthodox village , therefor it actually belongs to the church. Of course, the Israelis would not let Archbishop Hanna pass by ; did not matter, he went the last kilometers to Ein Hijleh by foot, as well as a delegation of EU diplomats who also expressed their sympathy with their visit . Archbishop Hanna had nothing to say against the re-colonisation of a Hijleh and said that the churches of Palestine stood behind all this action.

Ein Hijleh was now cheerfully and colorfully Dorflebenadorned and there was a lot of activity . Old houses were repaired , trees planted, paths cleared of rubble , even a solar system was installed. Much work had to be done with the water pipe , for that was  capped four times by the Israeli army – and repaired four times by the Palestinians . Method Gaddafi , because also he capped gas, electricity and water off the Libyan cities which he besieged. Dinner was cooked and eaten together , they played music and heard lectures . It will remind you of some squatters in Western countries , only that Ein Hijleh was more colorful , cheerful, peaceful and nearer to family life .

On the night of 6 February a new chicaneKindergeburtstag came with a rather malicious look: the military circled the village in military vehicles with sirens blaring. It makes you think to a popular‘ torture method by which they seek to cave in political prisoners: systematic sleep deprivation. The residents of Nabi Saleh took this as an opportunity to cancel their Friday demonstration and instead to pull with all hands after Ein Hijleh, to spend the night there. In the evening the already pending children’s birthday was celebrated.

„We have come to stay,“ for the soldiers it was Soldatenclear that with few chicanes nothing was aligned against the Palestinians. Especially since Palestinians are likely to be against it pretty tough . Prison camps, torture, beatings , that’s what one expects anyhow. So in the night of 7th February the Israelis pulled  some 1,000 soldiers and border policemen together, like thieves in the night, and broke off. One should look into this video in order to get an idea. About 500 Palestinians, men, women and children were violently arrested, the soldiers took theMilitär children out from the ambulances , in which the adults had brought them quickly for safety ,  forced them into buses and transported them to Jericho. The hospital had of course work , because it were about 40 injured , mostly by blows with rifle butts . Some women came almost in a panic , because the Israelis had driven them  so close to the open fire, that they feared to fall into it . And yet , it took a relatively long time until the Israelis had cleared the village completely. For these civilians could not be driven out so easily  , they had almost to be carried away.

The Israelis did a ‚great‘ job: they came with bulldozers at once and you can feel the hatred that sits behind it, slowed down only by the fact that the Palestinians resisted non-violently: no beat, stones or even fireworks in a fix, as our young hooligans do so much if it goes against the Bull pigs“ (police). Just with that name our young people would probably have called the Israeli soldiers and border police, with some justification but Palestine is not a rampage game. Since this is something essential, one’s own and inherited land from which they were cooked, systematically distributed in many years, decades. Ethnic Cleansing“ it is called.

We’ll be back“ yes, that is probably true. For Ein Hijleh is still there in the occupied West Bank, as a memorial to so many other places which their ancestral inhabitants had to leave forced, but now cleaned up and dressed and with the vivid memory of happy human life that existed there for a week and that too will return again – but then probably forever.

Jede Spur beseitigt

Ein Hijleh (Deutsch)

Fangen wir an mit dieser Karte aus Westjordanland. Das gehört Palästina.

KarteDas Blaue ist die Oslo Zone C. Die gehört auch Palästina. Besetzt wurde die Westbank 1967. Damals wurde auch Ein Hijleh ethnisch gesäubert und dicht gemacht, die Bewohner vertrieben.

Über die Zone C sollte lt. Oslo II, das 1995 unterzeichnet wurde, noch detaillierter verhandelt werden, wegen der damals ca. 130.000 israelischen Siedler, die sich seit 1967 dort eingefunden hatten und weil Israel, wie üblich, Sicherheitsaspekte geltend machte; aber ein Teilrückzug sollte schon mal bis 1999 erfolgen. Hat Israel natürlich nicht gemacht und inzwischen leben ca. 300.000 Siedler dort. Dazwischen gab’s noch einen Siedlungsstopp, nämlich 2001 bei der Vereinbarung der sog. Roadmap. Damals gab es in der Westbank ca. 200.000 Siedler. Man sieht also, diese Abkommen waren tatsächlich ihr Papier nicht wert, und weil das auch die EU gemerkt hat, gibt es nun einen Boykott gegen die Wirtschaft in diesen illegalen Siedlungen.

Wer sich die Karte anschaut stellt fest, dass Palästina vom gesamten Jordan abgeschnitten ist. Und damit vom Gebiet mit seinen wichtigsten Ressourcen, wozu natürlich auch das Jordanwasser gehört. Was natürlich eine prima Methode ist, den Landwirten die Existenz abzugraben, denn wo kein Wasser, da ist auch nichts mit Ackerbau. Wo keine Siedlungen sind, gibt’s militärische Sperrgebiete, und wo das doch zu komisch aussieht, erklärt man es eben zum Naturschutzgebiet. Quasi auf Vorrat. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die palästinensischen Städte dort, die lila Punkte, zum nicht geringen Teil von internationaler Stütze leben.

Die Rechtsradikalen in Israel, die inzwischen wohl so ziemlich den Mainstream ausmachen dürften, behaupten, das Westjordanland gehöre ihnen, denn das sei Judäa und Samaria. Schön. Das ist Religion, also ist es ihnen unbenommen, das zu glauben. Es gibt aber eine Menge Religionen in der Welt, das Judentum ist beileibe nicht die Bedeutendste, und deswegen kann keine Religion verlangen, als die einzig wahre anerkannt zu werden (das beansprucht schließlich jede zu sein), sondern sie hat sich an das profane internationale Recht zu halten. Schließlich haben auch die Christen schon mal behauptet, Palästina gehöre ihnen und auch das ‚gerechtfertigt‘ mit ihrem religiösen Glauben, nach dem die Juden keinen Anspruch darauf hatten, weil, seit Jesus gäbe es einen neuen Bund mit Gott und ein neues Volk Gottes, nämlich die Christen. Die alten Palästinenser, Kanaaniter, Philister und wie ihre Vorfahren alle hießen, sind das seit über 3.000 Jahren gewöhnt und niemand kann ihnen verdenken, dass sie solche religiös gerechtfertigten Ansprüche nicht kümmert; kennt man schließlich.

Heute hält die zivilisierte Welt sich an das säkulare internationale Recht und nach diesem Recht gehört die Westbank Palästina. Basta. Etwas anderes gilt nicht. Gewiss nimmt die internationale Gemeinschaft Rücksicht auf alle Menschen, die dort leben, also auch auf die illegalen Siedler, ändert aber nichts an den territorialen Verhältnissen: das Staatsgebiet eines Staates und die Individuen, die darin leben, sind zwei verschiedene Baustellen.

Dass die Palästinenser irgend wann sagten, es reicht, wir drehen jetzt den Spieß um, wir holen uns unser angestammtes Revier zurück, und zwar ganz friedlich und zivil, liegt nahe – denn genau so agieren schließlich die illegalen israelischen Siedler; nur dass sie in der Regel nicht an ihrem Vorhaben gehindert werden und auch weniger friedlich sind. „Salz der Erde“ heißt das Programm der Palästinenser, arabisch „Melh al-Ard“. Ein Hijleh war nicht die erste derartige Rückholaktion und es wird auch nicht die letzte sein, aber sie war diejenige mit der bisher größten Aufmerksamkeit.

Dass etwas im Busch war, hatten die Israelis gemerkt und die militärischen Patrouillen verstärkt. Nützte aber nichts. Die Palästinenser gingen planvoll vor, tauchten urplötzlich in Ein Hijleh auf und innerhalb von 10 Minuten war es von ca. 300 Palästinensern besetzt. Nicht von irgend welchen Fremden, sondern überwiegend von Leuten, die aus der Region stammten und sich entsprechend gut auskannten. Das war am 31. Januar und am nächsten Morgen sah das dann so aus: 0102 Morgen

Das hat den Israelis natürlich nicht gepasst; sie haben erst mal die Zugänge abgeriegelt, vor allem die Hauptstraße, Route 90 westlich von Jericho, an deren Ostseite Ein Hijleh liegt. Insbesondere Wasser und Lebensmittel sollten nicht dorthin gelangen und natürlich auch keine Journalisten. Konfisziertes Wasser konnte man sich zunächst friedlich zurück erobern und Besuch, der so einiges mit brachte, bekam man auch: mit großem Hallo traf eine ganze Gruppe Beduinen aus Hebron ein – zu Pferde. Pferd  Reichlich bepackt mit Lebensmitteln für die obligatorische abendliche Party.

Auch sonst gab es reichlich Besuch. Viele aus den Dörfern und Städten der Umgebung wollten mal vorbei schauen oder gar wenigstens eine Nacht dort verbringen. Von den Israelis ließen sie sich nicht hindern; die mochten Busse und LKW’s aufhalten, die PKW’s fuhren dann eben daran vorbei.

Ein besonderes Ärgernis war dieses Transparent: Staat Palästina – Dorf Ein Hijleh – Willkommen, besagt es, und hier wird es an der Route 90 gehalten. Es hat die Straßehinten zu sehenden Isralischen Soldaten dermaßen geärgert, dass sie gleich versuchten, das Dorf zu räumen. Mit Tränengas und Körpereinsatz, bei dem der Arm eines Palästinensers zu Bruch ging, der jedoch, nachdem der Arm im Krankenhaus in Jericho geschient und versorgt worden war, unverdrossen zurück kehrte.

Offensichtlich hatten die Israelis es nicht,  wie immer wieder behauptet, mit Militanten zu tun, sondern mit ganzBewohner u Soldat normalen, friedlichen Bürgern, dazu auch noch solchen aus der Region, die sich bestens auskannten und, wie man hier sieht, vor israelischen Soldaten keinen besonderen Respekt hatten. Im Gegenteil: sie gaben das Motto heraus, wir machen das ganz ohne jede Gewalt, aber wir gehen nicht weg und stellen uns ihnen von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Nun, da konnten die paar Soldaten nicht viel machen und zogen wieder ab. Nicht, ohne vorher das sorgfältig an eine Wand gemalte Willkommensbild zu beschmieren.

Es kamen mehr Besucher. Am wichtigsten Erzbischofvielleicht Erzbischof Atallah Hanna. Denn das alte kanaanitische Ein Hijleh war ein christlich-orthodoxes Dorf, der Grund gehört also eigentlich der Kirche. Natürlich ließen die Israelis Erzbischof Hanna nicht durch; machte nichts, ging er eben die letzten Kilometer nach Ein Hijleh zu Fuß, ebenso, wie eine Delegation EU-Diplomaten, die mit ihrem Besuch auch ihre Sympathie bekundeten. Erzbischof Hanna hatte nichts gegen die Wiederbesiedelung von Ein Hijleh und erklärte, die Kirchen Palästinas stünden allesamt hinter dieser Aktion.

Ein Hijleh war inzwischen fröhlich bunt Dorflebengeschmückt und es herrschte reges Treiben. Alte Häuser wurden repariert, Bäume gepflanzt, Wege von Geröll geräumt, sogar eine Solaranlage wurde installiert. Viel beschäftigt war man auch mit der Wasserleitung, die nämlich wurde vier Mal von der israelischen Armee gekappt – und vier mal von den Palästinensern wieder repariert. Methode Gaddafi, denn auch der kappte den libyschen Städten, die er belagerte, Gas, Strom und Wasser. Abends wurde gemeinsam gekocht und gegessen, musiziert und Vorträge gehalten. Es dürfte manchen an Hausbesetzungen in westlichen Staaten erinnern, nur, dass Ein Hijleh bunter,Kindergeburtstag fröhlicher, familiärer und auch friedlicher war.

In der Nacht zum 6. Februar kam eine neue Schikane mit einem ziemlich bösartigen Anstrich: das Militär umkreiste das Dorf in Militärwagen mit Sirenengeheul. Da denkt man unwilllkürlich an eine ‚beliebte‘ Foltermethode, mit der man politische Gefangene klein zu kriegen trachtet: systematischer Schlafentzug. Die Bewohner von Nabi Saleh nahmen das zum Anlass, ihre Freitagsdemonstration abzusagen und statt dessen mit Mann und Maus nach Ein Hijleh zu ziehen, um dort auch die Nacht zu verbringen. Dort wurde am Abend auch der ohnehin anstehende Kindergeburtstag gefeiert.

„Wir sind gekommen, um zu bleiben“,Soldaten es war klar, dass mit paar Schikanen nichts gegen diese Palästinenser auszurichten war. Zumal Palästinenser dagegen ziemlich abgehärtet sein dürften. Gefängnis, Lager, Folter, Schläge, damit rechnet man inzwischen. Also zogen die Israelis gleich Dieben in der Nacht zum 7. Februar rund 1.000 Soldaten und Grenzpolizisten zusammen und brachen los. Man sollte mal in dieses Video hinein schauen, um eine Vorstellung davon zu erhalten. ca. 500 Männer, Frauen und Kinder, die Soldaten aus den MilitärKrankenwagen heraus holten, in die die Erwachsenen sie schnell in Sicherheit gebracht hatten, wurden gewaltsam festgenommen, in Busse verfrachtet und nach Jericho transportiert, dessen Krankenhaus natürlich auch zu tun bekam, denn es gab ca. 40 Verletzte, meist durch Schläge mit Gewehrkolben. Einige Frauen gerieten fast in Panik, denn die Israelis hatten sie so nahe ans offene Feuer getrieben, dass sie fürchteten, hinein zu fallen. Und doch dauerte es noch relativ lange, bis die Israelis das Dorf vollständig geräumt hatten, denn so leicht ließen sich diese Zivilisten nicht vertreiben; man musste sie quasi weg tragen.

Die Israelis leisteten ganze Arbeit: sie kamen gleich mit Bulldozern und man spürt den Hass, der dahinter sitzt, gebremst einzig dadurch, dass die Palästinenser gewaltlos Widerstand leisteten, sich nicht prügelten, Steine oder gar Feuerwerkskörper schmissen, wie es unsere jugendlichen Hooligans so gern tun, wenn es gegen die „Bullenschweine“ geht. Genau so hätten unsere Jugendlichen wohl auch die israelische Soldateska genannt, mit einigem Recht – aber Palästina ist kein Randale-Spiel. Da geht es um etwas Essentielles, das eigene, angestammte Land, von dem sie in langen Jahren, Jahrzehnten gar, systematisch vertrieben wurden. „Ethnic Cleansing“ nennt man das.

„Wir kommen wieder “ – ja, das wird wohl so sein. Denn Ein Hijleh steht auch weiterhin dort im besetzten Westjordanland, als Mahnmal für so viele andere Orte, die ihre angestammten Bewohner gezwungenermaßen verlassen mussten, nun aufgeräumt und geputzt und mit der lebendigen Erinnerung an fröhliches Menschenleben, das es dort für eine Woche gab und das auch wieder kehren wird – dann aber wohl für immer.

Jede Spur beseitigt

Popcorn: wenn der Kompass in die falsche Richtung zeigt

Der Kompass hat auf seinem Blog einen Gastbeitrag veröffentlicht, nämlich den 2. Teil von Mitkriegers Blogposts zu Flaggenstreit & Piraten – für klare Abgrenzung. Sakrileg! Da gibt es doch tatsächlich noch eine Organisation in der Piratenpartei, die die einseitige Ausrichtung auf die Linksextreme nicht mit macht!

Frau Rydlewski MdL findet das arg zum Verzweifeln und @Bunny_Riot bekundet ihr gegenüber seine Bewunderung, dass sie es aushält, mit solchen Leuten wie @Mitkrieger in einer Partei zu sein. Denn der Artikel sei relativierend – holocaustrelativierend, wird quasi suggeriert, da sie sich zuvor und danach – „derweil“ – mit Veranstaltungen und Kommentaren zum Holocaustgedenktag befasst. Darauf steigen etliche ein, indem sie behaupten oder retweeten: „am Holocaustgedenktag darüber diskutieren ob antifa ok ist. alta. ich geh mal den kopf gegen die steinwand schlagen.“ Nun, das fehlt noch gerade: wer sich gegen das Aufhängen der schwarz-roten Antifa-Flagge auf dem BPT wendet, relativiert den Holocaust.

Derweil lässt @ekelias, wie zu erwarten, die üblichen Beleidigungen los

Kompass 3

und Harry Liebs krempelt die Ärmel hoch und befasst sich mit den praktischen Fragen der Gleichschaltung:

Kompass

Während Seb666 sich mit Björn Semrau anlegt, der einwirft, dass es da ja mal was mit Meinungsvielfalt bei den Piraten gab. Weichei!

Kompass 2

Ja, so könnte man unendlich die Gesamtheit der Ministalinisten in der Piratenpartei abklappern – es findet sich immer das Gleiche: der Ruf nach Zensur. Denn es hat in der Piratenpartei nur das veröffentlicht zu werden, was der Fraktion der Ministalinisten genehm ist. Kritik, Meinungsvielfalt ist nicht zulässig, ist Nazi. Diejenigen, die nicht zur Linksextremistenfraktion gehören, sollten hoffen, dass sie beim nächsten Parteitag, falls denn noch einer stattfinden sollte, nicht gleich „paar auf’s Maul“ kriegen.

Nazis zu verprügeln ist für sie schließlich eine gute Tat und was Nazi ist, bestimmt niemand anderes als sie selbst allein. Das ist die große Freiheit der autonomen Anarchisten in der Antifa.

Ach – und eine LQFB-Initiative „Raus aus unserer Webseite“ gibt es auch schon …

Popcorn Höfinghoff und (K)einzelfall

Nun hat also Höfinghoff, wie von mehreren Leuten verlangt wurde, ein Statement zu Keinzelfall auf seinen Blog gesetzt, unterzeichnet von Hartmut Liebs, ihm selbst und Ursula Bub-Hielscher. Drei Leute, die zur damaligen Orga gehörten.

Vollständig aufgeführt sind sie in diesem Bericht vom 24.08.2012 über die zweite Keinzelfall-Veranstaltung vom 18./19.08.2012, verfasst von Christiane Schinkel und Ursula Bub-Hielscher.

Es sind dies: „Harry Liebs, Lars Dickhoff, Bastian Blankenburg, Mareike Peters, Steffen Lindner, Peter Loh, Rainer Thiem, Ulrike Pohl, Albrecht Spranger, Fabricio do Canto, Krithika V. Srinivas do Canto, Khatuna Manos, Thorsten Grünberg, Streaming hero Michael Ebner mit Assistent Erik.

Um das Programm verdient gemacht hatten sich die „hoch engagierten und versierten Beauftragten Lars Dickhoff, Harry Liebs, Bastian Blankenburg und Steffen Lindner

Höfinghoff teilt nun mit: „Während der anfänglichen Planungsphase machte Lars D. abstrakt per Blog auf seine rechte Vergangenheit aufmerksam. Einzelnen Mitgliedern der Orga erklärte er diese als rechte Ideologie in Verbindung mit Satanismus, welche etwa 10 Jahre in der Vergangenheit lag, eine kurze Recherche schien die lange zurückliegende Tätigkeit auch zu bestätigen. Die Mitglieder der Orga beschlossen, trotz dieser Tatsache weiterhin zusammenzuarbeiten.

Die anfängliche Planungsphase war Anfang Mai 2012 und den Hut auf hatte Harry Liebs. Seitdem müsste also gelten, was Dickhoff in seinem Kommentar auf Indymedia sagte: „Meine Peer Group kennt meine Vergangenheit, Exit ebenfalls„. Dieser Hinweis ist nicht uninteressant. Denn wenn sich einer schon an Exit wendet, sollte man davon ausgehen, dass es sich nicht um einen ‚mal eben so‘ Aussteiger handelt, sondern dass es ihm damit ernst war. Damit aber bekommt auch der Auftritt bei der NPD eine neue Option. Bei einem erfolgreichen offiziellen Aussteiger sollte man immerhin mit der Möglichkeit rechnen, dass er dort in Sachen Aussteiger rekrutieren unterwegs gewesen sein könnte. Einge Antifanten, die drei Unterzeichner eingeschlossen, sehen das freilich anders: die verdächtigen ihn des Fotografierens von Linken (gemeint sind wohl Linksextreme) für den Verfassungsschutz und der Eine oder Andere drohte ihm deswegen den Verlust einiger Zähne an, sollte er sich nochmals blicken lassen. Keine schöne Aussicht für einen Bildjournalisten.

Eine Konferenz im September lässt sich bedauerlicherweise nicht finden; gemeint war wohl die o.g. im August. Und die hat Dickhoff ganz zentral mit organisiert, von Anfang an, trotz seines zwischenzeitlichen Parteiaustritts. Sogar beim letzten Treffen am 20.09.2012 war er dabei, zu dem ansonsten nur noch Oliver Höfinghoff und Mareike Peter gekommen waren, denn  zu den dreien war das Orga-Team inzwischen zusammen geschnurrt. Weil, man hatte sich gestritten, und zwar heftig. nach Piratenart auf Twitter mit Shitstorms und PAV-Drohungen. Wer das Protokoll liest, wird vermuten, dass der Herr Dickhoff wohl eine gewisse fanatische Aggressivität von seiner satanischen NPD-Zeit mit gebracht hat.

Bis zum 20.09.2012 wird Orga-Mitglied Peter Loh auf jeden Fall heraus bekommen haben, dass Dickhoff noch am 17.06.2011 in Berlin bei einer NPD-Kundgebung mit der Berlin-Fahne gewedelt hatte. Denn nach dem Streit hatte er Forschungen angestellt. Es scheint wenig real anzunehmen, dass er das Ergebnis den Streitparteien nicht mitgeteilt hat. So eine schöne Waffe zieht man auch.

Auch Christiane Schinkel hält es für unrealistisch, dass das Orga-Team, insbesondere Höfinghoff, Peter und Liebs nichts davon wussten und Mirco da Silva erklärt, er sei sogar darauf angesprochen worden.

Warum das alles bis Mitte Dezember 2013 so schön verschwiegen worden war und warum es denn ausgerechnet dann heraus gekommen ist – muss ja einer nach gegraben haben, warum? – darauf gibt Höfinghoff leider keine Antwort, obgleich das ja wohl das Interessanteste wäre; der Indymedia-Artikel auch nicht.

Was Dickhoff betrifft, so hatte der offenbar wichtigeres zu tun, als sich mit der Piratenpartei abzuärgern: er ging nämlich zur renommierten Demotix und fotografierte allerlei als freier Bildjournalist, und das nicht nur in Deutschland und auch schon mal für den Guardian. Er machte also Karriere – Grund genug, sich aus den Augen zu verlieren.

Von daher erscheint Höfinghoffs letzter Absatz doch recht bedenklich und erinnert etwas an OM13gate, wo ja auch einige keinerlei Bedenken hatten, um ihres Fanatismus willen Existenzen zu zerstören:

Inzwischen ist uns klar, dass die Konferenz ein Baustein war, die es Lars D. ermöglichte in linken Zusammenhängen zu wirken. Auch wenn es für Bildungsarbeit in einer Partei wenig problematisch schien, Personen mit rechter Vergangenheit zu beteiligen, hätte uns diese Konsequenz klar sein müssen. Wir bedauern daher, nicht kritisch genug nachgefragt zu haben und andere Personen die mit Lars D. später zusammenarbeiteten nicht früher informiert zu haben.

Tja. So muss wohl die Welt eines Abgeordneten aus der tiefen Berliner Provinz aussehen.

Popcorn: Höfinghoff ./. Lange

Da sich nunmehr die B.Z. der Angelegenheit angenommen hat, erscheint eine Zusammenfassung der Story nicht unsinnig.

Ausgangpunkt ist eine Veröffentlichung der Berliner Antifa auf Indymedia vom 15.12.2013, Titel: Lars Dickhoff – Fotograf und (Ex?) – Nazi. Dies verwunderte etwas, denn Dickhoff war jahrelang der beste Freund und Intimus von Oliver Höfinghoff (Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses) und seiner ehemaligen Lebensgefährtin Mareike Peter; in Köln ist er zudem in unguter Erinnerung, gehörte er doch zu den den 3 Pirantifa-Leute, die damals die INDECT Demonstration wegen angeblicher Kontakte zur PdV torpedierten (wie seinerzeit die Pirantifa agierte, lässt sich teilweise hier nachlesen unter IV. Sturmtrupp Pirantifa). Nun also ließen sie ihn fallen; warum? Eine Frage, die zu mancherlei Spekulationen führte, bis hin zu der Frage, ob Höfinghoff wegen seiner Bundeswehr-Vergangenheit nicht etwa ein V-Mann der Regierung sei.

Dickhoff hatte zusammen mit Höfinghoff  und dessen nunmehrigen Mitarbeiter, dem einschlägig bekannten Harry Liebs,  die Keineinzelfall-Konferenz im Sommer 2012 vorbereitet. Auf der gab es offenbar einen Streit, was den Nicht-Piraten Peter Loh veranlasst hatte zu recherchieren und auch richtig Dickhoffs NPD-Vergangenheit aufzudecken. Dass dies seit anderthalb Jahren seinem engeren Umfeld verborgen geblieben sein soll, erscheint in der Tat recht unwahrscheinlich. Auch seinem engeren Umfeld blieb dieser Umstand nicht verborgen; immerhin soll er es „offen kommuniziert“ haben.

All die verschiedenen Spekulationen, die über diese seltsame Angelegenheit im Umlauf waren, veranlassten Simon Lange am 29.12.2013 zu dieser Nachfrage per Twitter:

@riotbuddah Hast Du Deinen Buddy (dessen NPD-Vergangenheit Du kanntest) auf indy an Pranger gestellt, weil Mareike angeb. nicht treu war? oO

@riotbuddah Ich frage Dich hier direkt weil genau in der Szene ein wenig Verwirrung bezüglich der Vorgänge vorletzter Woche besteht.

@riotbudda Und unter anderem diese These als Erklärungsversuch die Runde macht. Da frage ich halt lieber mal nach als mit zu spekulieren. 😉

Was Höfinghoff dazu veranlasste, seine Grundrechte vermittels Inanspruchnahme des in derlei Angelegenheiten nicht unbekannten Berliner Anwalts und Piraten Löffelmacher zu wahren. Der übersandte ihm ein Unterlassungbegehren, dazu mit dem Hinweis, veröffentlichen dürfe Lange das aber nicht: „Ich weise Sie darauf hin, dass gegen
jede Veröffentlichung des Schriftsatzes im Internet umgehend gerichtlich
vorgegangen wird.“ Was Lange freilich nicht daran hinderte, es trotzdem zu veröffentlichen.

Das Unterlassungsbegehren beruft sich auf die falsche Tatsachenbehauptung, lt. Lange habe Höfinghoff den Artikel auf Indymedia verfasst. Freilich geht das zumindest aus diesen dort zitierten Tweets nicht hervor. Wenn man Informationen lanciert, heißt das noch lange nicht, dass man den entsprechenden Artikel auch eigenhändig schreibt; es ist noch nicht mal nötig, das berühmte „wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete …“ hinzu zu setzen. Medienalltag.

Insofern wäre auch nicht nötig gewesen, dass die Jungle World Journalistin Elke Wittich Höfinghoff hilfreich zur Seite springt:

Elqee

Es ist allerdings auch nicht weiter verwunderlich, leistet Frau Wittich ihren antideutschen und israel-fanatischen Freunden in der Piratenpartei gerne mal den einen oder anderen Dienst.

Immerhin erfährt man aus dem Anwaltsschreiben, was Lange zuvor wohl nur vom Hörensagen bekannt gewesen sein mag: „Eine Mareike Peter war die Lebensgefährtin meines Mandanten.“ Wenn eine gar medienöffentlich geführten Beziehung (immerhin hatten die die Anstellung Peters bei Höfinghoff problematisiert) unter Piraten zerbricht, so war dies mit Sicherheit nicht geheim zu halten. Wenn dann auch noch in zeitlichem Zusammentreffen der merkwürdige Artikel auf Indymedia erscheint, muss man sich nicht wundern, wenn die Gerüchteküche zu brodeln beginnt. Langes Erklärung „Ich durchsteche nur das Tuscheln und spreche sie (die Verdächtigungen) direkt an“ erscheint also durchaus glaubwürdig. Sich per diskreter Email an Höfinghoff zu wenden, wie Löffelmacher meint, erscheint demgegenüber doch reichlich weltfremd, denn wenn zwei gegnerische Lager lange schon mit Gift und Galle aufeinander eindreschen, dann kann man derlei Rücksichtnahme nicht erwarten. Das gehört zum Menschlich-Allzu-Menschlichen. Wer Krieg führt, darf sich nicht beschweren, wenn geschossen wird. Und wer das doch tut, sollte sich danach besser nicht über süffisante Bemerkungen wundern.

Nebenbei bemerkt: wer den Schriftsatz liest wird feststellen, außer, dass Höfinghoff den Artikel eigenhändig geschrieben habe – was so gar nicht behauptet wurde – wurde in ihm nichts dementiert.

Der Vollständigkeit halber sei zugefügt, dass nunmehr auch Löffelmacher selbst ein Unterlassungsbegehren in eigener Sache verfasst hat: er beschwert sich, „ekeliger Abmahnanwalt“ genannt zu werden. Ob er damit durch kommt? Sicher erscheint mir das keineswegs. Denn im Unterschied zu „durchgeknallt“, was eben vom Bundesverfassungsgericht als Verletzung des Persönlichkeitsrechts beurteilt wurde, bezieht sich „ekeliger Abmahnanwalt“ nur auf das Ekelgefühl dessen, der das sagt, ist also rein subjektiv. Denn, christliche Nächstenliebe in allen Ehren – in der Lebenspraxis funktioniert sie regelmäßig nicht.

Es spricht übrigens auch nichts dafür, dass mit dem „Kinder bedrohen“ Löffelmacher gemeint gewesen sein soll; Sippenhaft und ähnliches ist schließlich von anderen bekannt.

Aber wahrscheinlich kennt Löffelmacher sich mit Twitter noch nicht so recht aus, denn Absicht mag man ihm nicht unterstellen.

Update

Offenbar ist Löffelmacher nun entschlossen, sich dem Latrinenwesen auf Twitter etwas gründlicher zu widmen:

Löffelmacher

Mir kommt dabei unwillkürlich eine mittelalterliche Profession in Köln in den Sinn: die Goldgräber. Zweifellos notwendige und nützliche Leute; allerdings durften sie ihren Beruf nur des Nachts ausüben. Die übliche Bezeichnung „Goldgräber“ war etwas euphemistisch; präziser wurden sie auch „Schyssesfeger“ genannt.

Das verquere Weltbild radikaler Zionisten

Zuweilen offenbart sich ein verqueres Weltbild an einer einzigen Äußerung. Durch sie wird plötzlich ein logisches System, ein Weltbild offenbar, das die Grundlage zuvor seltsam unverständlicher Behauptungen und Handlungen ist.

Anlass war die Äußerung, dass „manche Linke so links sind, dass sie mit einer Schulter wieder die Faschisten berühren“. Das fand Zustimmung und verwiesen wurde auf „Massenmörder wie Hitler, Stalin, Mao und Pol Pot“, die trotz unterschiedlicher Ideologien Millionen Menschen auf dem Gewissen haben. Ich fügte die radikalen Islamisten hinzu, also die mehr oder minder el-Qaeda-Ableger, die nicht nur in Irak und Syrien, sondern auch in der gesamten Sahel-Zone wüten und denen, sollten sie irgendwo tatsächlich stabil an die Macht gelangen, meiner Ansicht nach ohne weiteres ebenso systematische Massenmorde zuzutrauen sind, an den Christen, an den Animisten, an den Schiiten, aber auch an den sunnitischen Muslimen, die sich ihrer radikalen, mörderischen Ideologie verweigern. Vergessen werden soll auch nicht, wieviel Überredungskunst es bedurfte, den verhungernden Somaliern durch UN-Organisationen Nahrungsmittelhilfe zukommen zu lassen. Ihre furchtbaren Bombenattentate, ihre in Abschlachten endenden Überfälle auf Christen in Schwarzafrika und ihr Wüten in Mali sprechen da eine deutliche Sprache und genau das erhellt das Phänomen, weil sie gerade keiner der abendländischen Ideologien zuzuordnen sind.

Hierauf erfolgte seitens eines radikalen, fanatischen Zionisten mit deutsch-israelischer Staatsbürgerschaft die merkwürdige Reaktion:

Wer Hitler, Stalin, radikale Islamisten auf eine Stufe stellt, relativiert die Shoa.“

Das ist natürlich völliger Unsinn. Es wird nicht ein einziger Massenmord dadurch relativiert, verharmlost, dass es weitere gab. Eher ist das Umgekehrte der Fall, nämlich dass jemand, der sich gegen die Betrachtung des Phänomens Massenmord und die Untersuchung seiner Ursachen wehrt, andere Massenmorde als weniger schlimm relativiert. Genau so wird es in Afrika oft auch gesehen – hier nur eines von zahlreichen Beispielen. Hervorgerufen worden sein dürfte dies durch Adam Hochschilds Buch „King Leopolds Ghost“ über die damals weitgehend vergessenen Kongogräuel , über dessen Rezeption in Belgien der Guardian einen Artikel unter der Überschrift „Der verborgene Holocaust“ verfasste.

Auch in Deutschland war der reklamierte Anspruch, der Massenmord an den Juden sei von allen anderen herausgehoben und müsse deswegen gänzlich getrennt gesehen werden, durchaus umstritten. Insbesondere die Sinti und Roma wehrten sich in der Diskussion um das Holocaust-Mahnmal in Berlin mit Entschiedenheit dagegen, ausgeschlossen und damit quasi als Opfer zweiter Klasse gesehen zu werden. Schon damals fiel seitens des Förderkreises bzw. des Zentralrats der Juden das Argument, „dass die Einzigartigkeit des Holocaust durch die Nennung anderer Opfer verallgemeinert und am Ende den Rassenmord der Nazis relativieren würde.“ (Aus: Mahnmale in Berlin) Ein seltsames Argument: warum sollten rassistisch motivierte Massenmorde dadurch relativiert werden, dass sie mehrere angebliche Rassen betrafen? Sind denn solche Morde weniger schlimm, wenn auch Sinti und Roma ‚von der Erde getilgt‘ werden sollten? Was unterscheidet den mörderischen, zur Vernichtung aufrufenden Judenhass europäischer Nazis vom mörderischen, zur Vernichtung aufrufenden Christen- oder Animistenhass afrikanischer el-Qaeda-Ableger? Nichts, wenn man solche Phänomene unter dem Aspekt betrachtet, dass alle Menschen gleich sind.

Und wenn man alle Menschen genau so nicht betrachtet?

Es ist völlig normal, dass jedes Verbrechensopfer das an ihm begangene Verbrechen als das Schlimmste überhaupt aus allen anderen heraus hebt. Aber man muss ihnen wehren, wenn sie daraus eine Ideologie machen, erst recht dann, wenn sie sich damit über geltendes Recht stellen und einen Freibrief beanspruchen, nun ihrerseits anderen gegenüber Verbrechen begehen zu können. Selbstverständlich nicht im gleichen Ausmaß, aber eben doch Verbrechen.  Es sieht danach aus, dass genau das aus diesem verqueren Weltbild, das radikale Zionisten haben dürften, folgt.

So erscheint in diesem Weltbild auch nicht mehr das unlogisch, was der Autor des Eingangszitats oben drauf setzte:

Jeder, der die Shoa relativiert, steht außerhalb des demokratischen Grundkonsenses. Mit Antidemokraten rede ich nicht.“

Man mache sich einmal klar, wen alles diese „Antidemokraten“ umfassen sollen: die Schwarzafrikaner, die fragen, warum 10 Millionen ermordete Kongolesen gegenüber 6 Millionen ermordeter europäischer Juden vernachlässigenswert seien. Die Sinti und Roma, die sich dagegen wehren, Holocaustopfer zweiter Klasse zu sein. Diejenigen, die dazu aufrufen, Stalins 39 Millionen Gulag-Opfer nicht als minderschweren Fall von Massenmord zu betrachten – und schließlich die weit überwiegende Mehrheit der Araber, die überhaupt nicht einsehen, warum ein in Europa begangenes ungeheueres Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgerechnet von ihnen und auf ihrem Kontinent gesühnt werden soll. Alles notorische Antidemokraten, mit denen man nicht redet?

Nun, dann wird freilich klar, warum Netanyahu die Europäer unbedingt bewegen wollte, Mubarak gegen die ägyptischen Demokraten zu unterstützen: wenn das eh alles Antidemokraten sein sollen, Leute, die außerhalb des demokratischen Grundkonsenses stehen, weil ihnen naturgemäß die Shoa nicht das bedeutet, was sie den Opfern bedeutet, dann brauchen Demokraten ihnen auch nicht beizuspringen.

Es ist nichts Neues an dieser Denkweise; wir kennen es von den alten Puritanern, die nicht umsonst nach Amerika auszuwandern hatten. Sie waren vorbildliche Demokraten, allerdings mit einer gewichtigen Einschränkung: diese Demokratie galt nur für sie selbst. Denn, so ihre religiös motivierte Denkweise, nur Puritaner seien mit dem heiligen Geist begabt und könnten deswegen richtige Entscheidungen treffen; wer nicht Puritaner sei, sei deswegen in Ermangelung des heiligen Geistes außen vor und könne folglich nicht mit bestimmen. Ihm seien demokratische Rechte zu versagen. Davon betroffen waren nicht nur die mit blutigem, grausamem Krieg unter Cromwell geschlagenen katholischen Iren, sondern auch die Indianer in Amerika: sofern nett und freundlich, als Bimbos zu gebrauchen, sofern sie sich aber wehrten, gottverfluchte Untermenschen, die zu vertreiben und zu massakrieren ein gottgefälliges Werk war.

Aus dem Querfrontdickicht

Wegen der Naivität, mit der allzu viele an Ideologien heran gehen, insbesondere mit dem Glauben, rechts und links seien klar unterschieden, führe ich mal dieses Beispiel vor:

Das ist Mathaba. Sieht gut aus, nicht war? Ist es aber nicht.

Entstanden ist es unter erheblicher Förderung durch Gaddafi und war ihm stets treu ergeben. Was zumindest im öffentlichen Teil nicht mehr sichtbar ist: über diese Seite konnte auch lange Zeit sein Grünes Buch gelesen und bezogen werden.

Mathaba selbst behauptet allerdings, es werde verwechselt, nämlich mit Gaddafis World Mathaba. Wegen Wikipedia engl. Weil es sich unter halbwegs Eingeweihten längst herum gesprochen hat, wer Mathaba ist. Ich behaupte: diese angebliche Verwechselung ist eine glatte Lüge. Solche Lügen findet man auch in anderen suspekten Medien immer wieder, wenn sie enttarnt sind. Ich behaupte, World Mathaba, das mir heute erstmals begegnet ist, ist eine Fake-Seite. Um Mathaba zu entlasten. Tatsächlich gab es nie ein anderes Mathaba als dieses – und nebenbei bemerkt war Gaddafis Farbe grün. Mathaba-Grün. Der hätte nie blau genommen.

Richtig ist, was Wikipedia schreibt: Mathaba hat auch Leute, wie Dave Duke und Louis Farrakhan dort publizieren lassen. Beide sind Rechtsradikale. Duke ist der prominenteste Neonazi in den USA, der viel verreist, bestens vernetzt ist, auch mit europäischen Rechtsradikalen. Beide hatten sehr gute Beziehungen zu Gaddafi; Duke war noch im Sommer 2010 zu einem ‚Staatsbesuch‘ in Tripoli. Ohnehin sind die Gaddafis als Finanziers der internationalen Rechtsradikalenszene zu betrachten: so finanzierte der alte die Übersetzung von Haiders Buch in’s Englische, Sohn Saif rühmte sich in der Wiener „Die Presse“, Kontakte zu allen wichtigen Leuten der europäischen Rechtsradikalenszene zu haben. Saif ist ein klassischer Faschist, während Vater Gaddafi Anarchist war.

Doch es geht noch weiter. Der recht starke Fokus auf Berichte aus Australien hat einen personellen Hintergrund: dort nämlich sitzt Welf Herfurth. Ein Deutscher, der nach Australien auswanderte, weil ihm daheim der Boden zu heiß wurde. Er war nicht nur NPD-Mitglied, sondern engagierte sich auch in paramilitärischen Nazi-Kampftruppen, wie er dort sogar selbst schreibt oder schreiben lässt. Herfurth gehört zu den wichtigsten Leuten auf Mathaba.

Die von Herfurth vertretene Richtung wird Nationalanarchismus genannt und wird zur Querfront gezählt. Um das Herausbaldowern haben sich australische Antifaschisten verdient gemacht; Australien hat allerdings auch eine besonders wilde Rechtsextremistenszene, da gibt’s sogar eine Art NSDAP. Wer mag, kann nach Welf Herfurth oder National Anarchism googeln.

Da diese Beziehungen natürlich alle anrüchig sind, werden sie verschleiert. Und zwar dadurch, dass sich ihre Träger an populäre Bewegungen ran hängen. So widmete sich Mathaba, sobald absehbar war, dass Gaddafi den Krieg verlieren würde, der Occupy-Bewegung, vor allem in den USA. Nicht ohne Erfolg, wobei sie mit Sicherheit nicht die einzigen waren: auch in Deutschland kann man davon ausgehen, dass ein Teil der Occupy-Bewegung rechtsradikal unterwandert ist.

Logisch, dass Mathaba sich nun intensiv der Datenschutzbewegung widmet, auch das nicht als einzige. Insbesondere Autonome Nationalisten, die sich auf alte Linksnazis wie Strasser berufen, tun es ihnen gleich. Insofern ist diese Mathaba-Angelegenheit nur als ein Beispiel zu betrachten.

Nun heißt es zwar, national und anarchistisch seien Oxymorone, da Anarchisten prinzipiell antinational sind. Das aber ist als ‚Abstandshalter‘ nicht ausreichend. Tatsächlich enthält Nationalsozialismus immer ein anarchisches Element: die Kristallnacht war ein anarchisches Ereignis. Das liegt darin begründet, dass der Faschismus – Führer hin, Führer her – sich ideologisch immer auf die Befreiung der Volksseele beruft. Im Klartext: er stützt sich auf die Freiheit des Mobs, den die von ihm verehrten Führer beliebig lenken.

Insbesondere heutzutage ist Nationalchauvinismus kein zuverlässiger Indikator für Rechtsradikalismus mehr. Speziell Dugin, einer der wichtigsten Ideologen des modernen Faschismus, vertritt eine Art Multikulti-Theorie („multipolare Welt“) – allerdings alle Kulturen immer schön getrennt voneinander. Andere Völker und Kulturen werden von ihm durchaus akzeptiert, aber nicht im eigenen Land; wenn unvermeidlich, dann in einer Art Ghettos. So ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass türkische und deutsche Nazis sich bestens verstehen können. Denn beide sind sich darin einig, dass Deutsche und Türken nur getrennt voneinander zu leben haben.

Ein weit zuverlässigerer Indikator für modernen Rechtsradikalismus ist also die Rassentrennung. Rassentrennung, weil für Rechtsradikale eine Kultur aus der biologischen Einheit, Volk und Rasse, erwächst.

Nicht zu vergessen ist ein weiterer Aspekt, den alle Querfrontler, ob Faschisten, Pseudo-Sozialisten oder Anarchisten miteinander teilen: die Relativierung der Menschenrechte. Diese betrachtet Dugin ausdrücklich als Kulturimperialismus der USA. Ihnen entgegen und über sie stellt er die „traditionellen Werte“, also die der jeweiligen Kulturen. Derzeit plakativstes Beispiel ist der Umgang mit Homosexualität.  Wenn der Mob der eigenen Kultur den Willen hat, Homosexuelle zu unterdrücken, zu drangsalieren oder gar zu töten, so ist nach Auffassung der Rechtsradikalen diesem Willen nachzugeben. Wer sich statt dessen auf die natürlich auch für Homosexuelle geltenden Menschenrechte berufe, unterwerfe sich damit dem US-Kulturimperialismus, dessen Zweck es sei, sich politisch die Welt zu unterwerfen. Im Zweifel kämpft man dann gegen den US-Imperialismus, indem man seine Homosexuellen umbringt. Es ist zu erwähnen, dass Dugin gute Kontakte in den Kreml hat. Russland hat bereits einen Antrag bei der UNO eingebracht, die „traditionellen Werte“ zumindest gleichberechtigt neben die Menschenrechte zu stellen.

Die Relativierung der Gültigkeit der Menschenrechte zugunsten der „traditionellen Werte“ hat seine Logik. Rechtsradikalismus ist immer mit Natur und Biologie verbunden, darauf stützt er sich. Der Grundgedanke stammt von Spengler: eine Kultur entwickle ein Volk, das aus seinem Boden gewachsen sei wie die einheimischen Pflanzen („Blut und Boden“). Damit wird – siehe Rassentrennung – etwas allen Menschen gemeinsames Menschliches in Abrede gestellt. Die Gemeinsamkeit reduziert sich einzig auf die äußere Gestalt. Reflexionsfähigkeit, Sprache, Bedeutungen, Verstehen wird von ihnen nicht als für das allgemein Menschliche konstituierendes Element betrachtet (de facto haben die keine Ahnung vom Menschen). Wer aber keine solche Gemeinsamkeiten aller Menschen erkennt und anerkennt, der kann auch nicht die Menschenrechte als universal anerkennen. Für den ist alle Ethik Kultur- oder gar biologisch volksbedingt. Wenn also ein Volk oder eine Kultur der Auffassung ist, Homosexuelle seien um die Ecke zu bringen, dann habe das Vorrang vor als fiktiv angesehenen Menschenrechten.